Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 2 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Vom Berufs-Ressort großen Klassen in Parallelklassen zu teilen. Von wesentlicher Bedeutung war die Aufnahme des Turnens in das Programm der Schule. Hierdurch wurde ein Zug von Frische und Lebensfreude in den ganzen Unterricht hineingebracht. An Stelle des I* r a n z*ö s i s Cfh e n wurde in diesem Jahre nach der Klärung der politischen Lage das Englische unterrichtet. Doch lernten die Schüler der 6. Klasse, die im. ersten Jalire Französisch zusammen begonnen hatten, auch diese Sprache weiter. Da trotz aller Verbesserungen noch die Stundenfülle auf dem Schüler lastete, wurde auf den unteren Klassen in einigen Fächern die Zahl der Wochenstunden verringert. Auch die hebräischen Fächer konnten nicht ganz davon verschont werden. Bei den oberen Klassen, wo sich der immer umfangreicher werdende Stoff in Mathematik und Naturwissenschaften einerseits und in Sprachen und Geschichte andererseits bemerkbar machte, konnten wir unmöglich zu demselben Mittel greifen, wie bei den unteren Klassen. Hier war ein viel tieferer und entscheidenderer Einschnitt notwendig. Von der 5. Klasse ab wird den^'Schülern die freie Wahl gelassen, sich entweder mehr Fächern humanistischen oder realen Charakters zu widmen. Die 6. Klasse wurde in 2 Parallelklassen geteilt, eine humanistische und eine reale Klasse. Den Schülern wurde drei Wochen bis zur endgültigen Entscheidung gelassen; bemerkenswert ist, daß die meisten Knaben die Realfächer und die.meisten Mädchen die humanistischen Fä2her wählten. Das Schulprogramm enthält als Anhang ein hebräisch-deutsch-lateinisch-russisches Pflanzen Verzeichnis, das von Dr. J o e 1 *) zusammengestellt und mit einer Einleitung versehen worden ist. Im folgenden geben wir einen Auszug aus dem durchgenommenen Stoff im Unterrichtsjahre 1920: Hebräisch: » Vorschulklasse: Schriftliche und mündliche Wiedergabe leichter Erzählungen, Diktate. 1. Klasse: Anschauungsunterricht, Unterrichtsbücher Prakin. rischonim I und Chrestomathie von Steinberg. 2. Klasse: Anfertigung von Aufsätzen nash Fabeln und Sagen. Unterrichtsbücher u. a. Prakim rischonim II. 3. Klasse: Freie Aufsätze (Schilderungen historischer Erzählungen usw.). Unterrichtsbuch wie früher. 4. Klasse: Anfertigung von Dispositionen. Auswahl aus der neueren Literatur. Prakin. rischonim III. 5. Klasse; Lektüre von Mendele Bialik, Fiehmann, Freyerberg, Schneus. 6. Klasse: Freie Themen. Hebräische Grammatik: ^Vorschule: Grundbegriffe, Aussprache, kal und niphal der regelmäßigen Verben. 1. Klasse: Lautlehre, Deklination, kal und niphal in allen Stämmen. 2. Klasse: Hiphil und hophal. Adjektiv und Adverb. 3. Klasse: Schriftliche Übungen. Das Verb in allen Konjugationen. 4. Klasse: Betonungsregeln, Vokalisationslehre. 5. u. 6. K1 a s s e: Wiederholender Aufbau der gesamten Formenlehre. Tenach: Josua, Richter, Ruth, I. Buch Samuel. Wiederholung der Bibel. 1. Klasse: 2. Samuel, 1. und 2. Könige. 2. Klasse: Der Prosateil von Jeremia in chronologischer Reihenfolge. - 3. Klasse: Jeremia prophetischer und poetischer Teil in chronologischer Reihenfolge, Sprüche Kapitel 1—20, Klagelieder. 4. Klasse: Ezechiel 5. Klasse: Die kleinen Propheten. 6. Klasse: Jesaia. Mischna-Talmud: 3. Klasse: Sprüche der Väter. 4. Klasse:« Mädchen: Traktat roschhaschanah; Knaben: siehe Klasse, 6. 5. Klasse: Mädchen: Makkoth 2. Kapitel, 1. Kapitel; Knaben:^Baba batra. 6. Klasse: Talmudische Tern|inologie und Wesen des~ Talmud. („Einem Hamburger Blau-H eißen, der jetzt an der Schule in Mariamppl ist." F. L.