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Der jüdische Student · 1921-03-01 · Heft 2 (März 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 2 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Die BeruFsvorbereitung der Juristen 57 Alle Zweige der N. F.-Arbeit sollen übernommen und ausgebaut werden. Ferner statistische Arbeiten, Kartotheken, technische Hilfe usw., Hilfsarbeit auf zionistischen Bürps. Hierzu tritt die Kulturarbeit: Schulverein, organisatorische Hilfe, Kurse usw. Die Fürsorgetätigkeit für Ostjuden beansprucht viele Hilfskräfte. In den Bezirken bestehende Arbeitsämter werden jede weitere Anleitung erteilen. Gelegenheitsaufgaben (z. B. Sammeltätigkeit für die Nationalfjibliothek) finden sich immer. Die Arbeitsämter sollen bei der Stellenvermittlung unterstützt werden. - Hierzu tritt außerdem noch die Verpflichtung der Bundesbrüder zu verschiedenen jüdischen Arbeiten von lokaler Bedeutung. Es muß * darauf geachtet werden, daß möglichst Bundesbrüder, die mit den örtlichen Verhältnissen vertraut sind, mit entsprechenden Aufgaben belastet werden. Endlich sollen die einzelnen Arbeitenden nicht zu schnell wechseln, damit sich eine gewisse Tradition bilden kann. Ohne daß diese eben angeführten Arbeitsgebiete den Kreis der zu bewältigenden Aufgaben irgendwie erschöpfend zeigen, ist ersichtlich, daß wohl mehr Arbeit vorhanden ist, als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Es wird gut sein, wenn benachbarte Korporationen ihre Arbeitsgebiete abgrenzen bzw. sich zu gemeinsamen Arbeiten vereinigen. Ich rechne auch auf Unterstützung, durchs Uberweisungs-Ressort, das hoffentlich im kommenden Jahr erfolgreich arbeiten wird. Es ist noch übrig, ganz kurz auf die Bedeutung hinzuweisen, welche die Zionistischen Arbeitsstellen für unser Kartell haben können. Bei uns gibt es noch sehr viel Bundesbrüder, welche ihre zionistische Verpflichtung auch theoretisch noch nicht bis zur Berufsvorbereitung und baldmöglichen Übersiedlung anerkennen. Wenn das Kartell aber tatsächlich seine zionistische Orientierung nicht nach den Verhältnissen und Bedürfnissen Palästinas vollzieht, so muß es wenigstens sich bis zum Höchstmaß der Leistungen für die zionistische Arbeit im Galuth verantwortlich fühlen. Keine bessere Tätigkeit aber kann ich mir im Galuth für unsre Bewegung 'denken, als die Arbeit im Dienste der Bewegung selbst. Braucht uns jetzt die Organisation, so scheint mir, braucht es auch das K. J. V., daß man ihm diese Arbeitsgebiete öffnet. Auf dem Frankfurter Kartelltag hat sich der B. Z. K. von uns losgelöst mit dem Anspruch, außerhalb unsrer Reihen die zionistische Arbeit in Deutschland besser leisten zu können. Bisher hat er versagt. Die Erfahrungen, die wir aber bereits im Rheinland und anderwärts gemacht haben, berechtigen zu der Hoffnung, daß das K. J. V. etwas leisten kann. Die Berufsvorbereitung der Juristen Von Walter Deutschmann, Breslau Irgendein Konventsbericht der Berliner Hasmonaea berichtet neulich, daß der Konvent festgestellt habe, daß jeder Beruf, außer dem rein juristischen, Aussicht auf Verwendung in Erez-Israel habe, und zugleich wurde voller Freude konstatiert, daß unter der Aktivitas sich nur zwei Volljuristen beifänden. Deutlich sehe ich die beiden Ärmsten vor mir,, wie sie sich als ach so schwarze Schafe fühlen; Füxe pflegen unter gleichen Umständen dann ja wohl die beliebten Austrittsgedanken zu bekommen.

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