Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 2 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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"('"";<. K.J.V. und Blau-Weiß 47 dem Gefühl der eigenen Verpflichtung, stellte man Gemeinsamkeiten fest, die natürlich stärker zusammenführen müssen, als es ein auch in bester Absicht beschlossener Zweckverband tun könnte. Die Gemeinsamkeit der Stimmung zeigte sich darin, daß bei den besprochenen Fragen Unterschiede der Anschauungen kaum zu bemerken waren. Es gab nicht etwa eine Meinung des K. J. V., der die Meinung des Blau-Weiß gegenübergestanden hätte. Daher kann es genügen, wenn die Ergebnisse der Aussprache festgestellt werden. Die Jugendarbeit wird als gemeinsame Aufgabe empfunden. Das K.J.V. will sich bemühen, dem Führermangel des Blau-Weiß nach*Möglichkeit abzuhelfen. Geeignete K.J.V.er sollen sich dem Blau-Weiß zur Verfügung stellen. Der Blau-Weiß will seinen älteren Mitgliedern, soweit sie nicht durch die Führertätigkeit in Anspruch genommen werden, den Weg ins K.J.V, eröffnen, wo sie eine erwünschte Ergänzung der Erziehung erhalten können und namentlich in den Sport-Verbindungen eine verwandte Atmosphäre finden. In den Jugendgruppen, in denen K.J.V.er führende Arbeit leisten, sollen sie sich bemühen, ^dies in Ubereinstimmung und Fühlung mit dem Blau-Weiß zu tun. Es muß noch einmal hervorgehoben werden, daß nicht etwa ein Austauschverfahren Zug um Zug vereinbart wurde, sondern daß man ohne Rücksicht auf die gegenseitigen Vorteüe aus einem gemeinsamen Bedürfnis heraus zu diesen Ergebnissen kam. Sie sollen selbstverständlich in beiden Verbänden nicht mit1 mechanischen Zwangsmitteln durchgesetzt werden, sondern die -Leitungen werden ihre Uberzeugungen verbreiten und ihnen so eine freiwillige und sichere Anerkennung zu verschaffen suchen. Wichtiger als diese Einzelheiten ist die Tatsache, daß *man in Zukunft die gemeinsamen Fragen von Anfang an gemeinsam behandeln will. Alle wesentlichen Fragen der Jugendbewegung sollen in gemeinsamen Sitzungen besprochen werden, und zwar bevor eine gesonderte Beratung stattgefunden hat, (die dadurch in den meisten Fällen überflüssig werden dürfte). Dieser Beschluß ist von erheblicher Bedeutung. Er wird das gegenseitige Verständnis immer weiter fördern, er bietet die Möglichkeit, daß die beiden kräftigsten Teile der jüdischen Jugendbewegung in Deutschland in Zukunft in den grundlegenden Fragen als ein geschlossenes Ganzes auftreten. Ihr Einfluß und ihre Leistungsfähigkeit wird auf diese Weise verstärkt werden. Zu den Aufgaben, die gemeinsam überlegt und nach Möglichkeit gemeinsam erledigt werden sollen, gehören auch die allgemeinen Angelegenheiten der Bewegung und der Organisation. Es ist eine in beiden Gruppen anerkannte Überzeugung, daß für alle irgendwie Geeigneten die Arbeit in der Organisation und die Teilnahme an ihrer Entwicklung eine zionistische Notwendigkeit ist. Ebenso besteht Übereinstimmung darüber, daß ein wirklicher und berechtigter Einfluß in der Organisation durch lebendige Mit-