Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 2 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Politische Umschau Ich unterlasse es, intip&ere Züge zu nennen, die seine sensible Menschlichkeit und Vornehmheit illustrieren könnten und ihn dem Freunde stets aufs neue liebenswert machten. Denen, di§ ihm fernstanden, vermag ein Nachruf ebenso wenig eine Vorstellung von dem Verstorbenen zu geben, wie eine botanische Beschreibung das Bild einer unbekannten Pflanze entstehen lassen kann. Seinen Freunden aber können meine Erinnerungen nicht nützen, den Entschwundenen sich zu vergegenwärtigen, um den jeder seine Trauer hat als um einen Teil von sich selbst und seiner eigenen Vergänglichkeit. Ludwig Pinner i Politische Umschau von Martin Rosenblüth, Berlin Der Text des Palästinamandats, den England nach Verständigung mit Frankreich und Italien dem Völkerbund zur Bestätigung unterbreitet hat, ist veröffentlicht und in der zionistischen Presse kommentiert worden. Wortlaut und Kommentare dürfen also als bekannt vorausgesetzt werden. Ob es tatsächlich der endgültige Text ist, ist nicht mit Sicherheit zu sagen.; Bekanntlich hat Amerika inzwischen Einspruch dagegen erhoben, daß man die Mandate ohne seine Mitwirkung festgesetzt hat, und in England hat, nach Bekanntwerden der durch Indiskretion veröffentlichten Mandatsentwürfe für Mesopotamien und Palästina, Bonar Law dem Unterhaus namens der Regierung versprechen müssen, daß es Gelegenheit haben werde, darüber zu debattieren und Änderungen vorzunehmen. Die Mandatspolitik der zionistischen Organisation kann also schon aus diesem Grunde nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Die Männer, in deren Händen die Führung' unserer Politik und die Verantwortung für sie liegt, müssen weiter auf dem Posten sein, weiter arbeiten, unsere Position stärken, Contreminen zu vernichten suchen. Daß unsere Mandatspolitik auch nach der Sanktion des Entwurfs durch den Völkerbund nicht zu Ende sein kann und darf, liegt im Wfesen -des Mandatsf das das Ausmaß unserer Rechte und Vorrechte in Palästina sehr erheblich von der Entwicklung des Landes und der jüdischen Ansiedelung des Landes abhängig macht. Jabotinsky hat in einem offenen Brief im „Jewish Chronicle" und bei anderen Gelegenheiten darauf hingewiesen, daß . der vorliegende Mandatsentwurf, der die gesamte Regierungsgewalt letzten Endes in die Hände des von England ernannten Oberjsommissärs gibt, keine Bestimmung enthält, die der zionistischen Organisation irgendwelche Einflußnahme auf die Ernennung dieses Oberkommissärs sichert und daß — bei allem Zutrauen zu der aufrichtigen Freundschaft Englands — ohne epie solche Sicherung die höchste Gewalt in.