Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 5 (Oktober 1920)
- Date
- 1920-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über dea Verlauf der Tagung 219 Im ganzen waren 14 Orte vertreten, an denen sich Xartellverbiridungen befinden, durch 23 Delegierte. Nicht vertreten waren: Gießen, Göttingen, Karlsruhe, Münster, Rostock, Tübingen, Würzburg. Das-Präsidium war vertreten durch: Hermann Lelewer, Robert Kalz, Hans . Li pschitz, Fritz Löwenstein, Leo OHtzki, Kurt Rosenbaum, Arthur Stein, Si'egbert Stein, Bruno Perl, Bertold Cohn. _ Tagesordnung: I. Sonnabend, den 30. Oktober, 8 xk Uhr s. t. Geselliges Zusammensein mit den Berliner Bundesbrüdern in den jRäumen des K.J.V. Berlin, Kurfürstenstraße 150. II. Sonntag, den 31. Oktober, Vormittagssitzung 10 Uhr s. t. K.J.V.-Räume. v a) Eröffnung der Tagung: Referat von Bbr. Lelewer über die Aufgaben des K. J. V. b) Referat von Arthur Stein, über Kartellfragen. c) Bericht des Erziehungsressorts (Bbr. Olitzki). Nachmittagssitzung 4 Uhr s. t. im K.J. V.: Diskussion über die Referate. III. Montag, den 1. Nö vemb er, Vormittagssitzung 10 Uhr s. t, im K.J. V. a) Fortsetzung der Diskussion. b) Referat von Bbr. Bileski über K. J. V., Dienstpflicht und Keren hajessod. c) Diskussion. .Nachmittagssitzüng 4 Uhr st: . a) Referat von Bbr. Feilchenfeld über: Unsere Arbeit an den. deutschen Universitäten. (Antisemitismus, AusländeFf rage, Studentenausschüsse.) ' b) .Diskussion. '£) Besprechungen mit den einzelnen Ressortleitern. Bereits der Begrüßuügsabend, welcher der eigentlichen Tagung vorherging/ und an welchem die Vertreter der einzelnen Verbindungen ihre Berichte über die Lage ihrer Verbindung erstatteten, gab deutüch zu erkennen/ daß die Lage des Kartells durchaus nicht zu einer Mißstimmung Veranlassung gebe, wie vor der Tagung von einigen Seiten verbreitet wurde. Man konnte feststellen, daß es im Kartell einen festen Stamm von Verbindungen" gibt, welche zielbewußte und gewissenhafte Arbeit leisten. In anderen Verbindungen, welche im letzten Semester ein weniger erfreuliches Bild darboten, herrscht der feste Wille, in Zukunft durch eine starke Disziplin alle arbeitswilligen Mitglieder zusammenzufassen1 und zu neuen Arbeiten und Erfolgen sich aufzuraffen. Es tritt gerade in diesen Verbindungen sehr stark die Tendenz hervor, sieh von lauen und -> undisziplinierten Elementen zu befreien, um bei Erfüllung der in Zukunft sich darbietenden Aufgaben durch keinen Ballast gehindert zu sein. ' _ ' Die Tagung eröffnete -Bbr. Lelewer mit einem kurzen Bericht über die Lage und Aufgabe des Kartells. Er sieht als die augenblickliche Aufgabe, den Kampf gegen jegliche Assimilation,.woher sie, auchimmer kommen möge. Früher, führte er aus, sei es nur der Liberalismus r und das Weltbürgertum — in Wirklichkeit reinster Materialismus — gewesen, hinter dem sieh die Assimilation verbarg. Jetzt, geht durch den Kommunismus eine große Anzahl;von Juden, ihrem Volke, verloren. Dieser neuen Bewegung gegenüber sich geistig zu behaupten, um dieser neuen Assimilationsströmung und ihren Folgen gegenüber* treten zu können, sei die augenblickliche Hauptaufgabe des-Kartells.