Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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154 Schaffung einer Weltorganisation der zionistischen Studentenschaft dies müßte derart geschehen, daß sie zusammen unter Leitung des Vorstandes Daten über eine bestimmte Frage sammeln, und diese für eine vom Abteilungsvorstand halbjährlich herauszugebende Zeitschrift druckfertig machen. Diese Zeitschrift wird hauptsächlich Literatur und Datenangaben enthalten. (Für die Verbreitung dieser Zeitschrift werden die Landesabteilungen, jede in eigener Sprache, Sorge tragen müssen.) Die Mitglieder beteiligen sich soviel wie möglich an den Palästinaausflügen, welche unter sachverständiger Leitung stattfinden und deren Abschluß eine Zusammenkunft aller Abteilungen in Palästina ist, wo allgemeine Fragen behandelt werden. Die alten Herren widmen sich mehr speziell der Ausarbeitung von Projekten, die ihnen nach Beratung mit dem Londoner Büro vorgelegt werden. Sie bemühen sich um die Aussendung wissenschaftlicher Expeditionen und stehen durch Vermittlung des besoldeten Zentralbüros in fortwärender Berührung mit dem Londoner Büro und Palästina. Aus ihrer Mitte soll der Vorstand der Studienabteilungen gewählt werden. Enge gemeinschaftliche Arbeit zwischen Studenten und alten Herren besteht da, wo im Golus eine Aktion wie z. B. für die Emigration in Angriff genommen werden soll. Auf die Organisationsformen der Abteilungen wollen wir hier nicht näher eingehen, da diese erst nach gemeinschaftlicher Beratung aller Länder geschaffen werden können und nicht im voraus vorzuschreiben sind. Der vorerst einzuschlagende Weg scheint uns folgender zu sein : Zunächst betrachte man den Organisationsvorstand der Niederländischen Zionistischen Studentenorganisation als Büro der zu gründenden Organisation, an den Anschlußerklärungen und Wünsche zu richten sind. Wenn irgend möglich, wird dieses Büro sich, soweit es Reisemöglichkeiten gibt, auch schon mündlich mit anderen Organisaiionen beraten. Im Einverständnis mit den anderen Organisationen wird dieses Büro die Vorbereitung des Studentenweltkongresses in Angriff nehmen müssen., der unserer Ansicht nach mit dem Weltkongress der zionistischen Organisation wird zusammenfallen müssen. Zu gleicher Zeit fungiert das Büro in Holland schon als Vermittler da, wo das Londoner Büro im Rahmen der obenumschriebenen Zwecke unsere Hilfe zu benutzen wünscht, in Erwartung dessen, daß hierfür die endgültigen Organe geschaffen sind. Selbstverständlich wird das Büro das Bindeglied zwischen allen Landesorganisationen sein, wo es gilt, die gegenseitigen Meinungen kennen zu lernen. Die Niederländische Zionistische Studentenorganisation hat uns nunmehr mitgeteilt, daß ihr prinzipielle Zustimmungserklärungen von den zionistischen Studentenverbänden aus Oesterreich, der Tschecho-Slowakei, Rumänien, Italien, Frankreich, Ingoslavien und Amerika zugegangen seien. Es wird eine Konferenz der Studentenverbände anläßlich der Jahreskonferenz in London in der ersten Juliwoche stattfinden, welche der Aussprache über Grundlagen und Formen der Weltorganisation dienen soll. Ein Bundesbruder nimmt im Auftrage des Präsidiums an der Konferenz teil. Selbstverständlich kann sich das K. J. V. der M i t - arbeit an der Schaffung einer solchen Weltorganisation nicht entziehen. Das Präsidium hat sich daher bereit erklärt, an einer Besprechung über die Weltorganisation teilzunehmen. Es hat jedoch andererseits die Bedenken, welche gegen die vorgeschlagene Form der Organisation sprechen, nicht unterdrückt. Als Hauptzweck der von den holländischen Zionisten vorgeschlagenen Organisation erscheint die Sammlung der wissenschaftlichen Materialien, welche für unsere Aufbauarbeit in Palästina benötigt werden. Es erscheint fraglich, ob diese Arbeit am zweckmäßigsten in einem Weltstudenten verband zentralisiert wird, oder ob es nicht besser ist, daß die einzelnen Landsmannschaften der zionistischen Organisation nach Anweisung durch die Leitung diese Arbeiten vornehmen lassen. Daß die Akademiker in erster Linie diese Arbeiten, welche für die nächsten Jahre von äußerster Wichtigkeit sein werden, zu leisten haben werden, ist selbstverständlich*