Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Markel, Palästinaarbeit 137 verschieden. Während im ersten Semester Referate den Hauptteil des Kurses einnahmen, die nach Bedarf verschiedenen Bundesbrüdern übertragen wurden, fanden im zweiten Semester hauptsächlich Aussprachen im Anschluß an die zu diesem Zwecke von Mal zu Mal festgesetzte Lektüre in Ruppin (Aufbau) statt, um die Probleme des Aufbaues zu klären und die verschiedenen Pläne der Fachleute darzulegen. Selbstverständlich konnte es sich um nur einfache Information, nicht um irgend eine Stellungnahme zu den Problemen handeln. Die Methode, die wir im ersten Semester gewählt hatten, erscheint für den ersten Teil deä Kursus (A—C) als die geeignetste, da es sich hier fast ausschließlich um reinen Wissensstoff handelt, über den zu diskutieren sinnlos ist. Trotzdem bot eine Aussprache nach jedem Referat Gelegenheit, Unklarheiten im Vortrag zu verbessern, Ergänzungen zu dem vorgetragenen Stoff zu geben und andere Meinungen als die des Referenten z. B. bezüglich der Geschichtsbetrachtung zum Ausdruck zu bringen. Zur Belebung des Vortrages und zur Veranschaul»chung des Stoffes standen uns eine Paiästina-Karte in großem Maßstabe und eine Reihe von Bildern und Photographien zur Verfügung. Außerdem suchten wir durch häufige Anknüpfung an die Bibel und durch Schilderungen von Reiseerlebnissen und Erzählungen aus dem palästinensischen Leben, die wir verschiedenen Büchern, — z. B.: Treue, Jiskor u. a., — entnahmen, das durch die Referate erhaltene Bild zu vervollständigen. Wo größere Mittel zur Verfügung stehen, könnte man Lichtbilder vorführen, oder wo besonderes Interesse für das eine oder das andere Teilgebiet vorhanden sein sollte wie z. B. für den kulturgeschichtlichen Teil, könnte man den Kursus noch ergänzen, z.B. in Berlin durch einen Besuch des Kaiser-Friedrich-Museums. Ueberhaupt läßt sich der Stoff je nach Bedarf und Gelegenheit einschränken oder erleichtern. Die Methode, die wir im zweiten Semester gewählt hatten, halte ich für diesen Teil des Kursus ebenfalls für sehr geeignet, weil es sich hier darum handelte, die von jungen Zionisten oft besprochenen, aber gewöhnlich ungenau gekannten und zuweilen sogar falsch verstandenen Fragen des Aufbaues zu klären und dies am leichtesten und gründlichsten in einer gut geleiteten Aussprache geschehen kann, der anstelle eines Referates irgend ein umfassendes Buch über den Aufbau zugrunde gelegt werden muß. Ich halte diese Methode hierzu für geeigneter als die andere, weil auf die Art jeder einzelne ckr Teilnehmer zu einer erhöhten Teilnahme am Kursus veranlaßt wird, ohne daß die Summe des zu besprechenden Stoffes sich verringert. Von den Leitern der Aussprache muß eine besonders eingehende Beschäftigung mit dem Stoffe auch an der Hand anderer Bücher und Zeitschriften vorausgesetzt werden.