Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 2 (April 1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte der Verbindungen 111 Aufruf des Heidelberger Ruder - U. J- St. Die V. J. St. „Ivria" - Heidelberg hat schon bald nach den ersten Semestern ihres Bestehens darunter gelitten, daß die Beliebtheit dieser Universitätsstadt*) eine allzugroße Aktivitas schuf. Es ist klar, daß dieser Umstand manches im Gefolge hatte, was einem gedeihlichen Verbindungsbetrieb nicht förderlich war. Diese Mißstände zu umgehen haben wir hier stets gestrebt. Nun glauben wir mit der Gründung eines Ruder-V. J. St. eine glückliche Lösung gefunden zu haben. Der Erfolg, den die Jüdischen Rudervereine in den letzten Jahren gezeitigt haben, wies uns deutlich den Weg, den wir jetzt auch'in Heidelberg beschreiten wollen. Wir brauchen daher gewiß nicht darauf hinzuweisen, wie sehr gerade unsere jüdische Jugend einer Betätigung bedarf, die neben der geistigen Arbeit auch den Körper stählt und kräftigt, und ihren Willen einer für unsere Zukunft notwendigen Disziplin gefügig macht. Das Verständnis für den hohen Wert des Sportes ist ja glücklich auch in weiten jüdischen Kreisen allmählich wachgeworden. Aus diesen Erwägungen heraus haben wir die ersten Schritte getan und überall frohe Zustimmung gefunden. Mit einem eigenen Schulvierer werden wir in das erste Semester rudern, und vor der Stadt, an einer der herrlichsten Stellen des Neckartales harrt ein schöner Bootsraum seiner Aufnahme. Wenn wir aber diese Arbeit durchführen, und sie zu einem vollen Erfolg gestalten wollen, so bedürfen wir nicht nur der Sympathien, sondern auch der materiellen Unterstützung. Indes glauben wir, daß jeder, in dessen Herz die Erinnerung an Heidelberg noch nicht ausgelöscht ist, und daß jeder, dem an der Erziehung einer gesunden und kraftvollen jüdischen Jugend etwas liegt, freudig diese Gelegenheit benützt, sich in den Dienst einer wertvollen Sache zu stellen und sie nach bestem Vermögen fördern wird. Spenden, über die an dieser Stelle quittiert wird, bitten wir durch Zahlkarte zu überweisen an Nr. 23114, Heidelberger Privatbank, Leo Levi, Heidelberg, beim Postscheckamt in Karlsruhe (Baden) für das „Conto Ruder-V. J. St." Dr. Albert Hirsch. R.-A. Fritz T r y f UjS. Herbert Großberge r. Paul Bonem* a. i. Spendenausweis II. Dr. Karl David M. 30.—. *) Diese Beliebtheit war in einem, der Papiernot zum Opfer gefallenen poetischen ersten Absatz des näheren begründet worden. D. R*