Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 2 (April 1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537754-3537756--4907-3543072- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
106 Berichte der Verbindungen Das Zwischensemester, das nur bis 31. März dauert, verspricht bezgl. der Innenarbeit gut zu werden. Fromm gibt einen Geschichtskurs, «in Seminar und leitet eine Arbeitsgruppe über Nationalismus. M i 11 n e r gibt Tendenz und leitet die Arbeitsgruppe über Palästina- \ u n d e. Die Teilnahme an einer Arbeitsgruppe, die sich nur einigemal im Semester trifft und vor allem die Literatur über ihr Gebiet selbständig zu bearbeiten hat, ist für jeden Aktiven obligatorisch. — Unsere Kurse stehen Gästen offen und sind unsere besten Keilveranstaltungen. — Bbr. Bbr. Max Bachrach, Ernst Kauffmann, Robert Sulzberger, Paul Arnsberg wurden inaktiviert. Werner W o 1 f f , Alfred T okayer, Michels (Darmstadt), Sigm. Ball wurden in den B. C. recipiert. Oskar Grünfelder in den A. C. — Die i. a. B. i. a. B. Paul Leopold, David Löbenberg und die A. H. A. H. Nachmann und J. Simon (Wiesbaden) traten aus. — i. a. B. C. David bestand sein mediz. Staatsexamen; die a. B. a. B. Karl Meyer und Max Rothschild machten das Physikum. — Bbr. Mokrauer verlobte sich mit Fräulein Hetty Rosenblatt, der Schwester unseres A. H. Arthur Rosenblatt. Fritz Miliner * V. J. St. Kadimah, Hamburg.*) Wir leiteten das Semester mit einer Antrittsfeier ein, die uns leider vorbei gelang. Unsere Chanukahfeier kostete uns bedeutend weniger, verlief dafür umso gemütlicher. Zu Anfang des Semesters setzte sich der C. C. folgendermaßen zusammen: Bernhard Karlsberg *, Außenarbeit, Turnwart Max Neumann **, Fuxrnajor Ernst Jacob ***, Schriftwart. An regelmäßigen Veranstaltungen hatten wir Fuxenstunde zwei mal wöchentlich bei A. H. Dr. Felix D a n z i g e r; Hebräisch für Anfänger und für Fortgeschrittene bei A. H. Dr. Ben Nathan. Ein Kurs über Buber: Vom Geist des Judentums war für Burschen offiziell. Im Bar Kochba turnten wir einmal wöchentlich, während wir zu unserer eigenen Fortbildung bei einem Turnlehrer zweimal wöchentlich Unterricht nahmen. Freitags Abend waren wir anfangs weniger regelmäßig bei alten Herren oder einheimischen Bundesbrüder eingeladen. Der bundesbrüderliche Konnex war zu Anfang des Semesters ein sehr lockerer, da die einheimischen Bundesbrüder sich durch ihre Familien ablenken ließen. Später besserte er sich dadurch, daß auswärtige Bundesbrüder eintraten und auch hierher überwiesen wurden. Im Laufe des Semesters trat immer deutlicher eine Uneinigkeit zwischen dem Bbr. Karlsberg und den beiden Mitchargierten zu Tage, die auf die Dauer die Geschäftsführung behindern mußte. Dieser Gegensatz beruhte auf der entgegengesetzten Auffassung von Disziplin. Wir sahen uns daher noch gegen Ende des Semesters zu einer Umchargierung gezwungen. Es wurden jetzt gewählt Ernst Jacob* Max Neumann ** Herbert L i e b e r m a n n *** Inzwischen hatte sich der Gegensatz auf die Aktivitas übertragen. Hinzu kommen noch die bei solcher Gelegenheit unvermeidlichen Stunks. So war auch dem neugewählten CG. eine fruchtbare Arbeit nicht mehr möglich. Die Burschenprüfung am Schluß des Semesters hatte gleichfalls ein negatives Ergebnis. Sämtliche fünf Bundesbrüder, die sich zur Prüfung ge- - meldet hatten, fielen durch. *) Dieser Bericht so unerfreulich er auch ist, unterscheidet sich dadurch vorteilheft von den meisten andern Verbindungsberichten, daß er ungeschminkt die wirklichen Verhältnisse darlegt. Die Redaktion