Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 2 (April 1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537754-3537756--4906-3543071- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Berichte der Verbindungen 105 Der Nachmittag vereinte uns bei Tee und Kuchen zusammen mit unseren Bonner Freunden. Humoristische Darbietungen besonders der A. H. A. H. T i e f e n t h a 1 und G o 111 i e b schufen eine glänzende Stimmung. Der Tag schloß mit einer Kneipe. Liebe Bundesbrüder! Wir danken Euch auf diesem Wege für die Glückwünsche, die Ihr uns übermittelt habt. Unser Haus ist so prachtvoll eingerichtet, so gemütlich, die Stimmung in der Korporation eine so vorzügliche, daß wir Euch auffordern all' unsere Herrlichkeiten persönlich in Augenschein zu nehmen. Auf diesem Wege danken wir auch allen hochherzigen Bundesbrüdern, die ihren Geldbeutel bereits geöffnet haben, möchten aber immerhin bemerken, daß auch fürderhin der Wohltätigkeit keine Schranken gesetzt sind. Benny Weiler V« J. St Bar ICochba, Colin. Zu Beginn des Wintersemesters gehörten der Verbindung an: 1 inaktiver Bursch, 11 aktive Burschen, 4 Füxe. Unser Antrittskonvent zeigte volle Einmütigkeit in der Auffassung der kartellpolitischen Lage. Diese Uebereinstimmung ist auch während des ganzen Semesters erhalten geblieben und hat uns ein ungestörtes Arbeiten ermöglicht. Die Chargen waren wie folgt besetzt: Hans Hirsch * Hans Pomeranz** Jakob J u r m a n n *** Unterricht gaben folgende Bundesbrüder: Georg Landauef: Zionistisches Seminar Otto May: Tendenzunterricht Bruno Nathan: K. J. V.-Unterricht Hans Pomeranz: Theorien des Zionismus. Wir haben außerdem wöchentlich geturnt und sind des öfteren gewandert. Es ist schwer, in einer großen Stadt, wo Universitätsanstalten und Wohnungen weit auseinanderliegen, engen bundesbrüderlichen Konnex zu wahren. Doch war durch Zusammenkünfte geselliger Art und in den Familien Alter Herren reichlich Gelegenheit geboten, auch außerhalb der Arbeitsgebiete einander nahe zu kommen. Unsere Keiltätigkeit erstreckte sich auf * die wenigen jungen jüdischen Studenten und die Oberprimaner. Berücksichtigt man die Gesamtzahl unserer Keilfüxe, so haben wir etwa die Hälfte für uns gewinnen können. Von diesen ist ein Teil aktiv geworden, bei dem anderen Teil steht ihr Eintritt für das nächste Semester in Aussicht. Jedoch hätte bei intensiverer Arbeit vielleicht noch mehr erreicht werden können. In den A. C. wurden aufgenommen: 1. Paul R o s e g g, stud. rer. pol., Wien 2. Walter Bongartz, stud. jur., Wesel 3. Paul Silberstein, stud. phil., Cöln 4. Kurt Schlesinger, stud. jur., Bleicherode 5. Hans Rappaport, stud. rer. pol., Wien 6. Herbert Bruch, stud. jur., Cöln. In Anbetracht der großen jüdischen Wirkungsmöglichkeiten in Cöln ist es wünschenswert, daß eine größere Anzahl von Bundesbrüdern im Sommersemester hierherkommt. Studienverhältnisse sind besonders für Nationalökonomen, klinische Mediziner und Juristen sehr gut. Hans Hirsch* V. J. Sf. Saronia, Frankfurt a. M. Der Antrittskonvent vom 10. Februar 1920 besetzte die Chargen mit Fritz M i 11 n e r * Karl Meyer** (Keilleiter) Sigm. Ball*** S.W.