Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 2 (April 1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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98 Vom Präsidium Haltung des Präsidiums könne nur die Situation im K. J. V. verwirren. Die Einigung werde kommen, weil das K. J. V. äußerlich und ideell stärker sei und durch die weitere Entwicklung in seinem Sinne dem B. Z. K. keine selbständige Lebensmöglichkeit übrig lassen werde. Deswegen sei auch für jeden ernsthaften Versuch eines Zusammenschlusses der beste Weg eine unbeirrte starke Förderung der K. J. V.-Arbeit. Die Mehrheit des Präsidiums schloß sich dieser Auffassung an. Es wurde beschlossen, keinen der vorgeschlagenen Briefe zu schreiben. Damit ist die Erörterung der Einigungsversuche vorläufig zum Abschluß gekommen. Wir haben mit unserer Haltung, wie wir glauben, die Meinung der bei weitem überwiegenden Teile des Kartells zum Ausdruck gebracht. Wir haben jeden möglichen Versuch unternommen, die ausgetretenen Bundesbrüder wieder zum Anschluß in das Kartell zu bewegen. Wir haben ihnen auf dem Berliner Konvent klar zu machen versucht, *daß Gründe für eine Trennung nicht beständen. Wir haben Beauftragte des Präsidiums nach Breslau entsandt, die weitgehendes Entgegenkommen zeigten, z. B. die Aufnahme von Vertretern der B. Z. K.-Richtung in das Präsidium in Aussicht stellten. Wir sind dann den Kirschner'schen Vorschlägen nachgegangen. Alle diese Bemühungen sind von der anderen Seite abgelehnt worden. Die Grenze, bis zu der unsere Versuche gehen können, muß nach wie vor die Wahrung der Einheit des Kartells bilden. Eine Einigung auf dieser Grundlage ist zur Zeit nicht möglich. Das war vorauszusehen, denn die Einheit des Kartells wird von der andern Seite nicht gewollt Sie aufzugeben ist nach wie vor unmöglich, denn die Kraft, die Entwicklungsmöglichkeit und der Sinn des K. J. V. beruht auf seiner Einheit. Diese Stärke des K. J. V. kann uns andererseits das Vertrauen geben, daß die vom B. Z. K. jetzt abgelehnte Einigung auf der K. J. V.-Basis von der Entwicklung erzwungen wird. Wir wiederholen, daß nicht nur die äußeren Bedingungen für das weitere unbedingte Wachstum des Kartells sprechen und die Möglichkeit eines ernsthaften Wettbewerbes durch den B.Z.K, unwahrscheinlich machen, sondern daß auch ideell der B. Z. K. nichts einzusetzen hat, was die Gedanken des K. J. V. besiegen oder auch nur gefährden könnte. Der größte Teil des Kartells ist auch nach den Nachrichten, die wir erhalten haben, mit uns einig darin, daß diese unveränderte Stellung zum K. J. V. und die daraus folgende Haltung zum B.Z.K, richtig ist. Die Austrittsbewegung wird nicht als Gefahr und Grund zur Besorgnis für das Kartell betrachtet. Die Zahl der Austritte beträgt 145, davon entfallen auf Breslau 60, auf Berlin 49 und auf Frankfurt a. M. 16*