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Der jüdische Student · 1920-04-01 · Heft 2 (April 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 2 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Irr fiifdie Ätrt Zeitschrift des Kartells Jüdischer Verbindungen Herausgegeben vom Präsidium des Karteiis Jüdischer Verbindungen XVII. Jahrgang April 1920 Heft 2 Auch nach Abschluß des Krieges erleidet unser bundesbrüderlicher Kreis immer neue Verluste. Am 26. Februar 1920 verschied an den Folgen einer Grippe Bbr. Rabbiner Dr. F. L. Bernstein, Pr. Stargard (V. J. St. Zephirah, A H.), im Alter von 32 Jahren. Berufswahl Von Fritz Löwenstein, Freiburg i. Br. Die Frage, welchen Beruf der junge Zionist sich wählen soll, ist bisher in unserer Mitte nur von einem Standpunkt aus behandelt worden, vom Standpunkt der Bedürfnisse Palästinas. Es erscheint aber notwendig, dieses Problem in denjenigen Zusammenhang zu stellen, in den es gehört, nämlich zum Erziehungsproblem, zur Frage der Bewährung, der idealistischen Lebensanschauung im Leben. Es ist ein großes Verdienst, daß sich Erich B u c h h o 1 z auf dem letzten Kartelltag durch sein Erziehungsreferat erworben hat, daß er die Berufsfrage zum ersten Mal in diesem Zusammenhang aufzeigte und behandelte. Wenn ich heute diese Frage im Rahmen des J. St. behandle, so geschieht dies deshalb, weil ich sehr wohl weiß, daß noch immer Reste von Akademikerhochmut; Reste von Vorurteilen gegen angeblich niedere Berufe in unserer Mitte zu überwinden sind, und ich deshalb glaube, daß eine Diskussion in bundesbrüderlichem Kreise förderlicher sein wird, als wenn die ganze Frage sofort in die große jüdische Oeffentlichkeit gebracht wird. Was ist das Wesen unseres Altherrenproblems? Im Grunde doch nur, daß Beruf und Sorge um die materiellen Güter des Lebens das Ideal, wenn nicht zu ersticken, so doch wenigstens langsam einzuschläfern beginnen. Der zionistische Philister unterscheidet sich dann schließlich nicht wesentlich von dem Alten Herrn irgend einer deutschen Korporation, der auch in der Jugend für allerlei Ideale sich begeisterte, aber schließlich als Rechtsanwalt, als Arzt in dem jeden Schwung ertötenden Kampf um das Dasein diese Ideale mehr oder weniger vergessen hat. Der zionistische Akademiker in Deutschland lebt* sobald er in seinen Beruf eingetreten ist, in zwei Sphären. Während seine Gefühlswelt auf die Probleme des jüdischen Volkes eingestellt ist, verbindet

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