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Der jüdische Student · 1920-02-01 · Heft 1 (Februar 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 1 (Februar 1920)
Date
1920-02-01
Page
[Seite] (sequence 58)
Language
German
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Zionistische Akademiker außerhalb Deutschlands von Ihnen gewünschten Auskünfte zu erteilen. Auch würden wir es hoch schätzen, wenn Sie Ihrerseits uns einen derartigen Bericht über die Arbeitsweise Ihrer Organisation zukommen lassen wollten. * * * Der im Schlußsatz erbetene Bericht über das K J. V. wird der N. Z. S. O. zugehen. Die Redaktion Von der zionistischen Studentenschaft Prags Wir erhalten folgenden Bericht aus Prag, zu dem hier nur bemerkt sei, daß es leider im gegenwärtigen Augenblick nicht möglich ist, einen Bundesbruder nach Prag zu schicken, daß wir aber von jeder Möglichkeit Gebrauch machen sollen, auf die Verhältnisse sowohl in Wien wie in Prag einzuwirken. Infolge der neuen politischen Lage in den ehemaligen ungarischen Komitaten der heutigen Slovakai kamen vor ungefähr 3—5 Wochen ca. 1400 jüdisch-slovakische Studenten hierher, die der deutschen Sprache mächtig sind und bis auf ca. 40 noch vor kurzer Zeit sich als Magyaren fühlten. Die slovakische Regierung anerkennt sie heute nicht als Magyaren, mangels Kenninis der tschecho - slovakischen Sprache können sich auch die Alten» selbst wenn sie wollten, noch nicht als Slovaken deklarieren — und so bleibt ihnen kein Ausweg als das Bekenntnis zur jüdischen Nation. Die Jungen aber haben heute den ehrlichen Willen der Loslösung von der alten Verleugnungstaktik, aber wenn man sie so weiter vegetieren läßt und die günstige Konjunktur nicht zum Hervorrufen eines auf innerer Erkenntnis aufgebauten jüdischen Pflichtbewußtseins verwertet, so werden sie die Magyaren von gestern und Mitläufer von heute, vielleicht Slovaken von morgen sein —, die tschecho - slovakischen Assimilanten sind heute noch träge, aber bald werden auch sie die Werbearbeit beginnen. Von den 1400 sind ca. 100 bis 200 innerhalb eines Semesters zu guten K. J. V.-ern erziehbar, ca. 1000 in Fachorganisationen und Turnvereinen erfaßbar. Notwendig hierzu ist die 3—4monatliche Anwesenheit eines einzigen K. J. V.-ers, der jedoch ein tadelloser Zionist mit allgemein jüdischem und sozialem Wissen und der nötigen Energie sein müßte. Z. B. würde Bbr. Perl recht gut wirken.*) Außerdem sind jetzt alle mährisch - schlesischen Studenten, die bisher der beste zionistische Nachwuchs für Wien gewesen und deren Mehrzahl bestes gesinnungstüchtiges Material darstellt, hierher gekommen. Zahl noch nicht eruierbar, wenigstens 50. Die würden gleichfalls ein gutes Keilmaterial darstellen. — Die hiesige zionistische Parteileitung kümmert sich überhaupt wenig um Studenten, da innerpolitische Landesarbeit ihre Kräfte absorbiert. — Kadimah-Wien kann keinen Burschen überweisen, da wir viele Füxe haben und infolge der baldigen Berufsumschichtung der wenigen aktiven Bundesbrüder junge Burschen chargieren werden lassen müssen (zwei von unseren Chargierten gehen in kürzester Zeit aufs Land). — Ich selbst stehe im Berufe. Situation der hierorts befindlichen zionistischen Organisationen: I. Akademische Verbindungen Barissia und Jordania, im Frieden kartelliert miteinander, derzeit verschmolzen, gemeinsames Präsidium. Stehen mit Kadimah im bundesbrüderlichen Verhältnisse. Aktive: Burschen 7, Füxe 8, Hospitanten 1; inaktive Bundesbrüder 3; aktive in P rag anwesende Alte Herren 5—8. Dr. Herrmann Ungar (Jordania - München, Alter Herr, gleichfalls in der Barissia), wenig agil, da beruflich oft abwesend. Ausgezeichnetes bundesbrüderliches Verhältnis unter den Aktiven und Alten Herren, auch den in der Provinz befindlichen. Die Bundesbrüder *) P e r 1 war in Wien und ist daher dem Schreiber dieses Berichts bekannt. Die Red. d. J. St.

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