Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1920)
- Date
- 1920-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Zionistische Akademiker außerhalb Deutschlands 57 (diesen Sommer in Laren abgehalten) sich beteiligen zu lassen, mußte*! wegen großen Paßschwierigkeiten fehlschlagen. Von allen Seiten erhielteit wir jedoch Zustimmungserklärungen; das K. J.V. entsandte einen seiner Alten Herren als Referenten nach dem Lager. Ein Teil unserer Mitglieder war der Meinung, daß wir als Zionisten schon jetzt kräftig nach einer Wiederbelebung unserer jüdischen Persönlichkeit streben sollten. Wenn wir hiermit nicht schon in der Diaspora anfingen, meinten sie, daß es möglich wäre, daß wir in Palästina eine Uebersiedelung und keine Regeneration des jüdischen Volkes bekommen würden. Ueberdies entspräche ein derartiges Bestreben den Wünschen vieler Zionisten, da sich bei diesen deutlich das Verlangen zeigte nach stärkerer „Verjudung" und nach positiveren jüdischen Lebensinhalten. In dieser Richtung müßten die Studenten sicherlich vorangehen. Deshalb wollten sie, daß, die N. Z. S. O. nicht länger eine reine Partei-Organisation wäre die sich beeiferte, ihre . Mitglieder zu Propagandisten und Führern der zionistischen Organisation, heranzubilden. Der Zweck der N. Z. S. O. sollte ihrer Meinung nach sein, es ihren Mitgliedern zu ermöglichen, ihr Judentum so kräftig wie nur möglich zu erleben, ihr jüdisches Gefühl zu verstärken, ihr positives jüdisches Wissen zu vergrößern. Wenn der einzelne zionistische Student auf diese Weise für sich selbst auch mehr vom Zionismus empfinge, würde sein Interesse für unsere Bewegung weniger schnell nachlassen und sein Eifer auch für unsere Organisation zu arbeiten sich auf die Dauer als größer bewähren. Zur Jahresversammlung im Juli 1918 wurden Vorschläge eingereicht, die sich in dieser Richtung bewegten, sie stießen auf großen Widerstand. Die Gegner verneinten die Möglichkeit, ein Programm für diese jüdische Wiederbelebung aufzustellen, womit jedes Mitglied des N. Z. S. O. einverstanden sein könnte. Diese Richtung würde eine Spaltung in unserm eigenen Kreise zur Folge haben. Auch könnten ihrer Meinung nach dem zionistischen Prinzip keine Richtlinien für dieses Streben nach jüdischer Renaissance in der Diaspora entnommen werden. Keine zionistische Organisation dürfte sich das Ausleben der jüdischen Persönlichkeit zur Aufgabe machen. Wie jede andere zionistische Organisation hätte auch die N. Z. S. O. nach dieser Auffassung nur eine Aufgabe: auf ihre Weise an der Erfüllung der Bedingungen zum Aufbau einer neuen Volksgemeinschaft in Palästina mitzuarbeiten. So mußte in concreto unsere Organisation sich darauf beschränken, ihre Mitglieder zu Menschen zu machen,; die imstande und bereit wären mit Erfolg in der zionistischen Bewegung zu arbeiten. Sollten diese hierzu imstande sein, so erachtete man auch dieserseits größere Kenntnisse der jüdischen Literatur, der jüdischen und der hebräischen Schriften als ein notwendiges Erfordernis. Nach heftigem prinzipiellen Meinungskampf zwischen diesen beiden Richtungen, dessen fundamentale Bedeutung besonders unsere älteren Mitglieder erkannten, sprach sich die Versammlung in der Majorität für letztere Richtung aus und Artikel II der Statuten wurde folgendermaßen festgelegt: Artikel 2. Die N.Z.S. O. bezweckt: A. Im Allgemeinen: In Holland Propaganda zu machen für die zionistische Bewegung und ihr Stärke zu verleihen, entsprechend dem auf dem ersten Baseler Kongreß aufgestellten Programm, welches folgendermaßen lautet: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich gesicherten Heimstätte in Palästina". B. Im Besonderen: Ein Zentrum zu sein für die zionistischen Studenten, damit diese imstande und bereit sind, kräftig in der zionistischen Bewegung mitzuarbeiten. Wir glauben, daß wir Sie hiermit genügend über unsere Organisation aufgeklärt haben, sind aber selbstverständlich gerne bereit, Ihnen alle weiteren