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Der jüdische Student · 1920-02-01 · Heft 1 (Februar 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 1 (Februar 1920)
Date
1920-02-01
Page
[Seite] (sequence 55)
Language
German
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Zionistische Akademiker außerhalb Deutschlands 55 die Frage, ob wir diese Erziehungspolitik, dieses Va-banque-Spiel mit dem Besten, was in uns ist, weiter treiben sollen. — An dieser Stelle soll die Diskussion einsetzen. Ich bin der Ansicht, daß unsere Erziehung — und dazu gehört auch •die Berufsumschichtung — insofern fundamental geändert werden muß, als sie die kommenden Generationen im gleichen Maße auf das Galuth wie auf Palästina hinlenken soll. Ich glaube, daß wir es schon eingestehen müssen, daß Erez Jisrael nur für eine kleine ausgewählte Schar von uns als persönliches Zukunftsland in Frage kommt. Sie auszuwählen und zu sichten ist Aufgabe unserer Sachverständigen und Führer. Die Uebrigen sollen es als eine schöne und mindestens so erstrebenswerte Aufgabe und Pflicht ansehen, ihr Leben auf die Verhältnisse in den Ländern jüdischer Massensiedlungen einzurichten. Damit wird dann Hand in Hand auch bald die persönliche Erfüllung jüdischen Wollens gehen. Seine Zeit erkennen, ihre Möglichkeiten und ihre Bedürfnisse heißt nicht Resignation, sondern im Gegenteil neue Kräfte gewinnen. Traurig ist das Kapitel nur für uns, bei denen diese Erkenntnis zu spät kommt. — Für uns bleibt eben Palästina und nur Palästina die Hoffnung. Hans Oppenheim Zionistische Akademiker außerhalb Deutschlands Die Niederländische Zionistische Studenten - Organisation Bbr. Platz übermittelt uns nachstehenden Bericht der N. Z. S. O. für den J. St.: Am 13. Juli wurde die N. Z. S. O. gegründet. Der Hauptgrund dafür, daß die bis dahin in Studienklubs vereinigten Zionistischen Studenten eine besondere Organisation ins Leben riefen, war, daß sie glaubten auf diese Weise unter den jüdischen Studenten mit größerem Erfolg Propaganda machen zu können. Auch hofften sie zu gleicher Zeit das Band zwischen den Zionistischen Studenten der verschiedenen Universitäten in dieser Weise zu verstärken. Allmählich ist unsere Organisation dazu gekommen, als ihre Hauptaufgabe zu betrachten, ihre Mitglieder auf systematische Weise mit der Theorie und der Praxis der zionistischen Bewegung bekannt zu machen, ohne dennoch die Propaganda dabei zu vernachlässigen. Auch sucht man durch geselligen Verkehr untereinander die Mitglieder enger an unsere Organisation und folglich an die ganze Bewegung zu binden. Eine große Schwierigkeit liegt für uns nicht nur in der assimilatorischen Gesinnung oder Gleichgültigkeit gegenüber der jüdischen Frage bei einer großen Anzahl von jüdischen Studenten in Holland, sondern auch in der Tatsache, daß die Niederländischen Studienvereine und Studentengemütlichkeitsverbindungen für Juden zugänglich sind, wenn auch eine antisemitische Gesinnung hier wohl merkbar ist. Infolgedessen können wir auf die zionistischen Studenten nicht so gänzlich Beschlag legen, wie dies vielleicht anderweitig möglich ist. Die Erfolge, welche die N. Z. S. O. in den 11 Jahren ihres Daseins erzielt hat, sind nicht unbefriedigend. Sie besitzt Zweigvereine an allen Niederländischen Universitäten (in Amsterdam, Leiden, Utrecht und Groningen}, an der technischen Hochschule in Delft und an der Handelshochschule in Rotterdam. Auch an der tierärztlichen Hochschule in Utrecht, an der Landwirtschaftshochschule in Wageningen und der königlichen Militärakademie in Breda hat sie einige Mitglieder.

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