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Der jüdische Student · 1920-02-01 · Heft 1 (Februar 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 1 (Februar 1920)
Date
1920-02-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Vom Präsidium 1t gezogenen Grenzen jede Verbindung dihir Eigenleben führen könnte. Diese Bundesbrüder sahen in der Ablehnung des Antrag!es eine Unterbindung dieses Eigenlebens, etae Knebelung ihrer Eigenart. Demgegenüber ist festzustellen, daß weder ta Plenum des Kartelltaiges noch in den eingehenden Kommissionsbeiratungen -der (Antrag im dieser Weise gedeutet wunde. Nüe ist diile Spezialisierung mit der Wahrung des Eigenlebens identifiziert, worden. Wäre feine solche Begründung erfolgt, so hätte sieh sofort herausgestellt, daß das 'Präsidium und der Kartelltag einmütig auf dem Standpunkt stehen, daß ebenso wie einerseits d£e organisatorische Absctolfoßung feiner Verbindung, so auch -andererseits die Unifoomiiierung des Kartells unmöglich ist, daß also das Eigenleben jeder Verbindung erwünscht und notwendig ist. Auch die Delegierten des V. J. St.-Berlin haben kein Wort der Begründung zu dem Antrage in dieser Richtung vorgebracht, eine Debatte hat überhaupt nicht stattgefunden. Soweit auf dem Kartelltag von dem „Sonderleben" der Verbindungen gesprochen wurde, war dem Zusammenhange nach immer die oben angegebene doppelte Bedeutung, d. h. organisatorischer Abschluß oder Freiheit in den 'Formen, gemeint, wie das, was man nachher mit „Eigenlieben" bezeichnete. Man kann unmöglich einem Antrage mach dem Kartelltaig eine andere Begründung unterlegen, als auf (dem Kartelltage, und so der Annahme oder Ablehnung des Antrages einen Sinn geben, ian den weder die Antragsteller noch die beschließende Versammlung gedacht haben. Zur Frage dar Zusammensetzung des Präsidiums ist zu bernerken, daß dem Präsidium neben deim Vorsitzenden drei Alte Herren des V. J. St Berlin angehören, und daß die Wahl von zwei weiteren Alten Herren des V. J. St. Berlin in das Präsidium nur daran gescheitert ist, daß diese Bundesbrüder die Wahl nicht annehmen wollten. Weitere Vorschläge sind zur Präsidiumsfrage weder privatim noch offiziell auf dem Kartelltage erfolgt. Die jüngeren Bundesbrüder, welche durch die Vorgänge des Kartelltages sich gezwungen glaubten, auszutreten, sind t'Jurch die oben wiedergegebenen Darlegungen überzeugt worden und bei uns geblieben. Für die Antragsteller «aber und für dile älteren Bundesbrüder spielte der Verlauf und das Ergebnis des Kartelltaiges überhaupt keine Rolle. Es ist in aller Form und mit groß er. Entschiedenheit von den Wortführern des Austrittsgedankens, insbesondere von Zwürn, Gotthold Well und Arno Wagner erklärt worden, daß der Kartelltag! für sie ganz außer Betracht bleiben könne und die Gründe ihres Austritts ganz unabhängig wm Karteiltag beständen. Nur so ist es ja auch zu erklären, daß die Antragsteller sich gar keine Mühe gegeben hatten, irgend eine sachliche Aussprache auf dem Karteilta-g selbst herbeizuführen. Auf dem Konvent wurde der Antrag, zu dessen Annahme auch nach dem Statut des V. J.St. Berlin eine dreiviertel (Majorität erforderlich gewesen wäre, abgelehnt. Es stimmten 35 für und 26 gegen den Austritt, und zwar 20 Alte Herren für, 13 gegen, 3 enthielten sich der Sfeirae. 7 Alte Herren hatten den Konvent vor der Abstimmung verlassen, von denen 5 gegen den Austritt gestimmt hätten, während die Stellungnahme der beiden anderen nicht bekannt ist. 55 ortsanwesende Alte Herren des V. J. St

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