Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Entwicklung des IC J. V. und seme Aufgaben. 283 Herren im K. X V. nur deshalb zurückgeblieben ist, weil sie schon zu faul geworden sind, um auch nur ihr Austriftsgesuch einzureichen. 9Wir gönnen diese Alten Herren dem B. Z. K. recht gern und wundem uns nur, daß er das deutsche Judentum gewinnen will, indem er einige bereits als Versager erprobte Leute an sich zu ziehen sucht) Aber auch abgesehen hiervon, bedeutet die Existenz des B^Z. K. eine Kräftezersplitterung, weil die Kämpfe um die Keüfüxe, die wir naturgemäß mit dem K. C ausfechten müßten, jetzt dadurch gefährdet werden, daß der B. Z. K. mit uns um Keilfüxe kämpft, die an Sich für den K. C. nicht mehr in Frage kommen. Auch stellt die Aufrechterhaltung von 5—7 Korporationen, wie sie der B.Z.K, hat, und die Organisierung eines neuen Kartells einen Aufwand an Kräften dar, der zu der Gewinnung einiger Füxe, die sonst in das K. J. V. gekommen wären, in keinem Verhältnis steht Der linke Flügel wird wohl am besten gekennzeichnet als der Flügel derer, welche evolutionär nicht nur irn zionistischen, sondern im allgemein-politischen Sinne dachten und handein .-wollten, und welche zum großen Teil in dem Gedanken und in der Stimmung des Biau-Weiß befangen waren*). Wir müssen heute feststehen, daß dieser Flügel im Kartell n i e h t s . glattweg nichts geleistet hat, Dabei hat er die glänzendsten Vorbedingungen für ein erfolgreiches Wirken vorgefunden. Jahre hindurch, fast während des ganzen Krieges hat er die Führung gehallt; er hafte die Möglichkeit, ungestört den"Nachwuchs zu beeinflussen und in seinem Sinne zu erziehen. Die allgemeine Stimmung bei Beendigung des Krieges gab dem linken Flügel die Möglichkeit, über gewöhnliche Wirkungen zu erzielen. Er konnte eigene, starke Korporationen aufstellen* so \n Berlin den Hechawer mit 30 bis 40 Leuten und in Breslau die Hacheruth. Er hatte in allen Verbindungen eine Anzahl der Jüngeren hinter sich, in vielen Verbindungen die Majorität und überall die Stimmung für sich. Dabei hatte er einen von vornherein gegebenen Nachwuchs in einer für unsere Verhältnisse riesigen Organisation von Jugendabteiiungen. wie sie keiner anderen Korporation zur Verfügung steht Auch konnte von denen, die sich dem linken Flügel widersetzten, der Kampf .gegen links nicht geführt werden, weil sie sich gegen rechts wenden mußten, {wovon der Unke Flügel erheblich profitiert, während andererseits der rechte Flügel, was auch bezeichnend ist, in keiner wirksam werdenden Weise den linken Flügel zu beeinflussen vermochte). Und trotz all dieser selten günstigen Vorbedingungen ist der linke Flügel restlos zusammengebrochen* nachdem er viel gestört und geschadet hat, ohne irgendwelche sachlichen Wirkungen m hinterlassen, £s ist interessant, daß sogar Bentfeld im Aug.-Sept-Heft des „Judeft", dieselben Feststellungen macht Wenn er dort allerdings anscheinend die Schuld hieran der Tatsache beimißt, daS viele, welche der linken Gruppe folgten, nur sekundär ergriffen waren und infolgedessen mit den wirklich Revolutionären nicht mehr mitkonnten, so muß im Hinblick auf die Verhältnisse im. KX V. nach den oben dargelegten Umständen gesagt werden, daß der Zusammenbruch nur zwei Gründe haben kann: Die Untüchtigkeit der betreffenden Leute oder die Unfruchtbarkeit der von ihnen vertretenes Gedanken oder beides. Man kann häufig feststellen, daß die sogenannten Revolutionären zwar der Erfüllung ihres Programms nicht näfier kommen* aber wenig* *) Weon ich vom ,fBlaa-WeiÖ" wad' „Blas - Weiß««" spreche, -&c» ist mix woM bekamt daß alte HUo-WeiSea ebensowenig einander gleichen, -wie sonst die AogehSrigec einer RieMnüg oder einer Organisation» Ich weil, daß es auch im Rlao-Weil eine vorläufig ü/ed-tTgehaltese Oppotitio» gibt, daS viele B]aa-W«i5a mit der Eichtling, die der Blau-Weiß geiiomsses hat, nicht einverstandea stad, ^-nd'daft diete aufkommende Stimmung -auf die Dan er siebt mit Erfolg Bgtardrückt' werden kann. Ich weiß auch,, daft dmi Blan-WeiS ro^Berlinandere als in -der Vrcwinav imd &a.S die Grappeö m den einzelnen Städten durchaus vmeinander verschieden und., und d&& es in. der, Frovms recht viel Bl an-Weiße gibt, die sich in der erfreulichsten Weise in dm K. JXbioeingefeslden' haben. Wea» ich. hier trotzdem. vom Blan-Weil' xtüd des Bian-Weißeo als eine» Sammelbegriff' apfeche, to mein-** ich hiermit die allbekannte Richtung, die in d.er Tat seit Jabre» desa Blan-WeiS ihren ofrixielien Stesspel asfdjntekt