Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Die Entwicklung des K.J V. und seine Aufgaben Wir haben im letzten Teile des Krieges und nach dem Kriege das Kartell in drei Teilen gefunden. Es waren vorhanden die beiden Flügel und die „Mitte". Der sogenannte rechte Flügel, der sich um die Person Zwirns grup- Pierte und der jetzt im wesentlichen den B.Z.K, darstellt, hatte im rogramm: Galutharbeit, Propaganda, Befreiung des Kartells von der Politik, Disziplin, gesunde, frische Jugendlichkeit, wogegen an sich natürlich nicht das Geringste einzuwenden war. Die Einwendungen richteten sich nur dagegen, daß hier aus unserem umfassenderen Programm einige Punkte herausgenommen waren, die zur Grundlage eines Sonderprogramms dienen sollten. Die Einwendungen richteten sich ferner dagegen, daß unter dem Vorwande, man dürfe der Außenwelt keinen Einfloß auf die jüdische Bewegung lassen, der linke Flügel bekämpft wurde, während doch gerade im rechten Flügel Leute saßen, die sich bei Ausbruch des Krieges ebenso von der Bewegung der Umwelt hatten überrumpeln lassen und welche auch jetzt wieder in eine Strömung der Unfwelt, nämlich in die reaktionäre, gerissen worden waren, während doch gerade bei dem rechten Flügel der Zusammenhang mit dem deutschen" Volk und der deutschen Kultur,?fso mit der Umwelt betont wurde. Der stärkste Einwand gegen den rechten Flügei aber mußte der sein, daß dieser rechte Flüge! sich seit Jahren in einer völlig fruchtlosen Opposition verrannte und auch auf dem Gebiete, deren Forderung die ihm Angehörigen als ihr Sonderprogramm ansahen.; nicht das Geringste leistete, 'eine Tatsache, die in den ganzen Kämpfen des vorigen Jahres viel zu wenig beachtet worden ist Es ist in der Tat merkwürdig, daß dieser Kreis. <ier so viel von straffer Organisierung redete, in den letzten zwölf Jahren fy&um zionistische Arbeiter zur Verfügung gestellt hatt daß dieser Kreil der so viel von der Pflicht der Jugend redete, weder bei der Gründung noch bei der Weiterführung des Blau-Weiß, der Turn- und Rudervereine und der Jugendabteilungen irgendwie tätirr war, daß dieser Kreis, der so viel Wert auf die Propaganda legte, nie Kräfte für die Propagandaarbeit zur Verfügung gestellt hatte usw. Gerade die Angehörigen dieses Flügeis haben sich immer dagegen gewehrt, daS man die Zionisten „klassifiziere14. Sie hatten recht, soweit es sich um die Gesinnung und den Charakter handelt, aber bitter unrecht, soweit die Bereitschaft zur Arbeit und die Arbeitsleistung betrifft. Sie fühhen aber genau, daß sie hier leicht verwundbar waren, In jedem einzelnen Punkte seines Sonderprogramms läßt sich feststellen, daß der rechte Flügel nie eine entsprechende Arbeit geleistet oder auch nur versucht hatte*). Bei allen diesen sachlichen Gegensätzen und tatsächlichen Feststellungen muß man doch als entscheidenden Punkt für die Abtrennung des B.Z.K, vom K+J. V. den persönlichen Streit zwischen wenigen führenden Personen und den persönlichen Ehrgeiz Einzelner ansehen. Ich persönlich halte es für gut, daß das Kartell von diesen Kämpfen, die seit einem Jahrzehnt tobten, jedesmal mit einer anderen aktuellen Veranlassung, befreit worden ist. Ich halte es auch deshalb für gut, weil hierdurch die Elemente im B. Z. K., welche bisher vielleicht nur durch das Zusammentreffen verschiedener unglücklicher Zufälle in die fruchtlose Kritik gedrängt waren, nunmehr gezwungen werden, positiv zu arbeiten. Dies wäre in jeder Beziehung ein Gewinn und würde auch bei einer eventuellen Fusion, die m. E. vorläufig nicht in Frage kommt, als Gewinn anzusehen sein. Abgesehen hiervon aber muß festgestellt werden, daß die Gründung des B. Z. K. eine unnötige KräftezersoMtterung in der zionistischen Arbeit darstellt. Ich will schon gar nicht davon sprechen, daß es B. Z. K.~ er gibt, welefee ihr Dogma von der Erfassung des deutschen Judentums zunächst einmal dahin auslegen, daß sie unter gewissen Alten Herren des K.J. V. Werbearbeit leisten. (Es ist nicht m leugnen, daß bei der Abtrennung des B.Z.K, eine Anzahl von Alten *) So beiosec' auch .-die jsa übrigen -dem B.Z.K* recht w^MwoHeoi**! iserkbtfc vmetvt •V^rtödtingc», dafi. da*. B. Z.. K* isa aligetaeisesi keso^-iio.ai*ti«cfctf'Arbeit kittet'