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Der jüdische Student · 1920-08-01 · Heft 4 (August 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 4 (August 1920)
Date
1920-08-01
Page
[Seite] (sequence 50)
Language
German
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Im lo aiti Ii, mi Ii? von Menschen für Palästina die geeignete ist, bleibt immer noch zweifelhaft. So steht mit dem, der erst überlegt, weichen akademischen Beruf er auf Grund der sich widersprechenden and willkürlichen Informationen sowohl des J. St. wie auch der allgemeinen zionistischen Presse wählen will. Wie steht es andererseits mit der Ausbildung jener Bundesbrüder, die sich schon zu einem Beruf entschlossen haben? Kann diese Ausbildung als genügend bezeichnet werden? Und auch hier finden wir, daß die Ausbildung planlos und unvollständig ist Ich wende mich hier hauptsächlich zwei Berufen zu, und zwar dem je'zt allseits empfohlenen Beruf des Lehrers und dem vor einem Jahr empfohlenen des Volkswirtschaftlers. Wie steht es mit dem Lehrer, angenommen, daß er sich vollständig seiner Aufgabe bewußt war und während des Studiums nicht nur auf das Examen hingearbeitet hat? Ist er für Palästina oder sogar für eine jüdische Schule Im Osten geeignet? Auch hier müssen wir die Frage verneinen, denn es fehlt die Hauptvoraussetzung dazu: das ist die hebräische Sprache. Es muß uns ja endlich einmal klar werden, daß mit jener Kenntnis der hebräischen Sprache, die beim Inaktivenexamen verlangt wird oder mit den 28 Lektionen Rath, die. in den K. J. V.-Kursen gelernt werden, man bestenfalls nichts anfangen kann. Es muß endlich die Möglichkeit geschaffen werden, daß der Lehrer. — dies gilt auch für den Volkswirtschaftler — diese hebräischen Kenntnisse sich während seines Studiums erwerben kann. Diese Möglichkeit kann ri u r von uns allein geschaffen werden. Das K.J. V. muß endlich von den Höhen seiner Prinzipienreiterei heruntersteigen und sich mit ^solchen alltäglichen profanen Sachen, wie Ausbildung von Fachleuten für Palastina zu beschäftigen beginnen. Daß man z.B. in Berlin mit Leichtigkeit einige Kurse, die geeignet waren, jene hebräischen Kenntnisse mitzuteilen» einrichten könnte, wird wohl jedem der die Verhältnisse dort kennt, klar sein*)* Andererseits ist anzunehmen, daß die Bundesbrüder, die sich in der Ausbildung befinden, gerne ihr Studium in Berlin fortsetzen y^erden. Es bliebe dem Präsidium allein die Ausgabe, die Sache zu organisieren. Und wie leicht auch die Aufgabe ist — man wartet auf Hilfe von außen — und erhofft die Entstehung eines Lehrerseminars, welches nach der berühmten Konferenz in London ins Reich der Phantasie gerückt wurde. Viel SLhlimmer noch als mit dem Lehrer stellt es mit" dem Volkswirtschaftler, denn er kuim erst recht nichts mit dem allgemeinen und theoretischen Wissen, welches er sich während seines Studiums erworben hat, anfangen. Er ist für jeden Beruf ungeeignet, und er steht, wenn er seinen Dr. rer. pol. hau vor der Frage, welchem Spezialfach er sich zuwenden soll, und wo er mit seiner praktischen Ausbildung anfangen soll Da wissen nicht einmal die allwissenden Artikelschreiber Rat ihm als Einzelperson ist es 'eine Unmöglichkeit, genaue Nachrichten über die Verhältnisse in Palästina tu erlangen. Der einzige Alisweg, der heute dem Lehrer und dem Voikswirtschaftler bleibt ist, daß er nach Palästina fährt wenn er über die verlangten 135 Pfund verfügt» und dort noch ein ..Jahr. lang, seine Ausbildung fortsetzt Es braucht wohl nicht;bewiesen zu werden, daß dieser Weg nur für einzelne in Betracht kommt. Nicht viel besser, ist es. in den anderen Berufen, stets - fehlt es an diesem oder jenem und darum wird der Beruf, trotz aller guten Wahl für Palästina ungeeignet. Dem muß auf radikale Weise abgeholfen werden. Es muß im K. J. V., als der Vertretung vier akademischen Berufe. Ane Stelle geschaffen werden, die dieselben Aufgaben zu erfüllen hätte, die dem Praktikantenbund für die Landwirte zustehen**). Es ist die höchste Zeit, daß wir vom Spintisieren zur Ausbildung übergehen. Wie dringend nptig uns Spezialtachleute sind, haben uns die letzten Ereignisse sowohl in

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