Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 4 (13.10.1915)
- Date
- 1915-10-13
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student weniger Bundesbrüder anwesend.^ Der Äntrittskonvent besetzte folgende Chargen: iur. Hellmuth Klewansky X cand. med. Hermann Sluszewer K, W,, Weidendamm 17. Der Mittwoch-Abend und Sonntagnachmittag vereinigten uns zu geselligen und wissenschaftlichen Veranstaltungen. Es fanden folgende Vorträge statt: A. H. Sigmar Gins bürg: Was haben die Juden von diesem Kriege zu erwarten? L a„ ß, I s s e ri i n: Der deutsche Zionist irti Kriege, i. a. B. H a n d 1 e r hielt eine Monatsschau. * Die Keilarbeit brachte uns die Aktivmeldungen von Hugo Krön und Seimar A r n s d o r f, beide von hier. Nach der Aufnahme der Füxe führten wir wieder regelmäßiges Fechten ein. Unsere Finanzlage war bei Beginn des Semesters kläglich, da die meisten Brüder mit den Beiträgen im Rückstände waren, sodaß wir nicht einmal die Miete bezahlen konnten. Es gelang uns, mit unserem Wirt ein Abkommen für die Kriegszeit zu treffen und mit Hilfe eines vom Präsidium erhaltenen Darlehens — hierfür sei auch an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen! — konnten wir unsere Verhältnisse einigermaßen ordnen. Mit unseren im Felde stehenden Bundesbrüdern blieben wir durch regen Briefwechsel in engem Zusammenhang. Der Schlußkonvent vom 28. August übertrug die Feriencharge Bbr. Julius L cvinsohn aus Berlin. K. W. wurde wieder Sluszewer. Personalia: A. B. Moritz L e w i n s o h n bestand das Physikum, lsserliu, Sluszewer und M. Lewinsohn wurden inaktiviert. Max Pommeranz wurde eine Tochter geboren. Ein £i~R. verurteilte den Fuxen Pi nette zu einer verschärften Rüge und sprach Heinz Herrmann frei. 11. September Klewansky * # * Stammtisch Frankfurt a. M. Wovon soll ich berichten? Von einem Semester, das kein Semester war, von Hoffnungen, die sich nicht erfüllten, von einer Arbeit, die keine Früchte trug? Ich denke, ich verzichte besser auf den Rückblick, der ja doch nur in ein einziges Klagelied ausklingen würde. Noch trüber aber als der Rückblick ist der Ausblick. Von den vier Aktiven und Inaktiven, die sich hier zum Stammtisch zusammengefunden hatten, sind zwei, Moritz und Ehrlich, schon seit längerer Zeit einberufen, und der dritte, David, steht jetzt bereits im zahnärztlichen Staatsexamen. Und so hat denn der Unterzeichnete die zwar ehrenvolle, aber nichtsdestoweniger höchst betrübliche Aussicht, im kommenden Semester des Stammtischs Frankfurt gesamte Aktivitas in seiner Person verkörpern zu dürfen, — wenn er nicht auch noch vorher die Muskete in die Hand nimmt. Personalia: A. H. Dr. M. Fr. Rothschild vermählte sich mit Frl, Selma Frankel. 3 September W. E i I b o 11