Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 4 (13.10.1915)
- Date
- 1915-10-13
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Judische Student 101 Die Pflicht ruft uns, wir müssen weiter. Aber Du bist lebendig in unserer Mitte, wenn wir ringen und, ist es nötig, sterben für das, was auch Dein Leben gestützt und ihm Rieh- Paul Kronheim, der in Berlin und München seine Studienjahre verbrachte, ist als V. J. St. - er nie besonders hervorgetreten^ hat auch im jüdischen Leben Hamburgs, nachdem er sich dort als Arzt niedergelassen, keine sichtbare Rolle gespielt Aktive Betätigung dieser Art lag ihm fern, aber eins können wir, die wir ihm nahegestanden, ruhig von ihm behaupten, daß er, wenn es darauf ankam, sich stets als echter V.J. St.-er bewährte, daß ihm unser Bund und seine Tendenz ans Herz gewachsen waren. Länger als ein jähr war er als Schiffsarzt auf allen Ozeanen umhergefahren, und oft war er drauf und dran? seine Hamburger Seßhaftigkeit wieder aufzugeben, um von neuem das Meer zu durchschiffen. Daher freute er sich, als der Krieg begann, ganz besonders seiner Zugehörigkeit zur Marine als Ersatzreservist. Doch es kam anders: nach monatelangem Warten wurde er als Infanterist eingezogen, Mit Humor fügte er sich in die gar nicht behagliche Situation seiner Kasernenausbildung, wo er als einziger Akademiker unter 700 ehemaligen Seeleuten und Hafenarbeitern wohnen und essen musste. Zum Unterarzt befördert, wurde er gleich einem Pionierregiment als Frontarzt zugeteilt und kam sofort an den Schauplatz der erbittertsten Kämpfe. „Das Kriegsgeschick hat mich zufällig und glücklicherweise — so schrieb er mir noch am 24. juni — in eine Wandertruppe eingefügt, in der ich nun schon seit fünf Monaten abwechselnd Tage höchster Beschaulichkeit und größter Gefahr erlebe und genieße." Als Pionierarzt hatte er seinen Platz in der vordersten Linie und war während des Kampfes bei seiner ärztlichen Tätigkeit allen Gefahren ausgesetzt Mitte Juni war er bereits für * das Eiserne und das Anhaitische Friedrichs-Kreuz vorgeschlagen, seine Beförderung zum Assistenzarzt stand bevor; da ereilte ihm das Geschick: ein Unglücksfall im Felde kostete ihm das Leben* Er war nach seinen eigenen Worten „mit seiner nicht ganz untung gegeben hat. Paul Krön heim