Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 4 (13.10.1915)
- Date
- 1915-10-13
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der judische Student 97 wünschte er sehnlicher, als seine „eigene Natur", Palästina, zu durchwandern. Bakon wurde im Sommersemester 1913 im-V.J.St Berlin aktiv, nachdem er vorher eine mehrwöchige Keilschonzeit erbeteft und erhalten hatte, in der er sich allein mit unseren Tendenzen beschäftigen wollte. Bei seinem Eintritt war er noch nicht Zionist, aber die Entwicklung dazu wurde durch sein scharf ausgeprägtes jüdisches Gefühl beschleunigt So bestand er im Februar 1914 als einer der Befähigtsten sein Burschenexamen. Im Sommersemester 1914 ward er Erstchargierter im V. J. St Berlin. Er setzte nun seine ganze Kraft ein, um für unsere Ideale und für seinen geliebten V. j. St Berlin zu wirken. Das Ergebnis des Semesters zeigte, daß seine Arbeit recht erfolgreich gewesen war. Dann kam^der Krieg, der ihn zur Untätigkeit auf jüdischem Gebiete verdammte. Das Gefühl, nichts für jüdische Sachen unternehmen zu können, bedrückte ihn. Noch kurz vor seinem Tode schrieb er mir, daß er seine Aufnahme in das Sanitätskorps beantragt habe, um sich dann für den roten Halbmond zu melden, da eine Betätigung dort seiner Ansicht nach mehr unserer Arbeit entspräche. Aus jedem seiner Briefe ist ferner zu ersehen, daß auch im Felde seine Gedanken viel beim Kartell weilten. Ungeduldig wartete er auf den Augenblick, wo es ihm vergönnt sein würde, wieder seine ganze Kraft dem Kartell zur Verfügung zu stellen, um die schweren Wunden, die der Krieg diesem versetzt hatte, heilen zu helfen. Das Geschick wollte es anders Auf dem Boden, aus dem seine Eitern nach dem Westen gewandert waren, in Galizien, fiel er, von einer Kugel tödlich in den Kopf getroffen. Fast auf den Tag ein Jahr nachfdem Tage, an dem es ihm vergönnt war, die erste Kneipe des neuen Kartells in Berlin zu leiten (20. 7. 14j, wurde er unter Beteiligung des Kartells in Berlin beerdigt — Was ihn auszeichnete und was ihn uns so besonders lieb machte, waren sein freies frisches Wesen, das aus seihen strahlenden Augen leuchtete, die Begeisterung, mit der er seinen Idealen anhing. Als er zu uns kam, neigte er zu einem gewissen Intellektualismus und zu einer geistigen Gespreiztheit Aber überraschend schnell kam in dem Milieu, das der V.J.St. ihm bot, seine gesunde Natur zum Durchbruch. Er wurde ein