Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 6 (23.1.1915)
- Date
- 1915-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Stüdent 153 man mit uns vorhat kann ich Euch auf Grand der sogenannten Latrinen-Befehle genau verraten. Dies sind Befehle, die ihre Entstehung der Latrine (Locus) verdanken, — wenn zwei Leute sich dort unterhalten. Also I. wir kommen nach Antwerpen, 2. wir kommen nach RuSland, 3. unser Bataillon wird aufgelöst, wird feldgrau eingekleidet und auf die Front verteilt Ich muß aber um Geheimhaltung dieser wichtigen Nachrichten bitten. Es sind unter Euch ja genug Juristen vorhanden, die über den Verrat militärischer Geheimnisse Bescheid wissen , . . Von meiner Adresse bitte ich Euch, weiter reichlichen Gebrauch zu machen, und bleibe mit herzlichen Grüßen für alle B undesbriider ~ Euer t nicht U. O.) Gefr, M a g n o s Lehmann 26. X, 14 Liebe Bundesbrüder ": Ich bestätige Euch den Eingang Eures zweiten Rundschreibens, aus dem ich zu meiner Freude ersah, daß das KJ.V. nc/ch lebt. Gern hätte ich näheres gehört über die Keilarbeit, über die Arbeit der einzelnen Korporationen usw., gern hätte Ich auch gehört, daß das Keilheft des j. St längst erschienen sei, Äöer ich bin auch schon so zufrieden, Ueber eins muß ich aber meine Verwunderung aussprechen, über die mir seitens des rinanzressons angetane Behandlung. Man will uns Kriegern eine Vorzugsstellung einräumen: Wir sollen einem Zwange in Bezug auf die Reparation nicht unterliegen. Meine Finanzen waren aber nie glänzender als im Kriege. Ich beziehe als Unteroffizier neben völlig freier Station ein Gehalt von 40 M monatlich. Dazu kommt an den zahlreichen Tagen, an denen man sich selbst verpflegt d.h. nimmt was man findet, ein tägliches Verpfiegungsgeld von 1.20 M Bei diesem fürstlichen Einkommen hat man etwa nur ahe zwei Wochen eine Gelegenheit Geld auszugeben, ich habe noch nie so im Geld geschwommen, wie jetzt Also nur keine Schonung, den armen Kriegern gegenüber! Ich hoffe, daß auch in Kassenangelegen heften noch der alte radikale Geist im Präsidium herrscht, in diesem Sinne verbleibe ich mit herzlichen bbri. Grüssen und anliegenden 10 M. iDie laufenden Beiträge bitte ich in meinem Büro durch Nachnahme einzukassieren.) Euer S a Iii Hirsch