Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 6 (23.1.1915)
- Date
- 1915-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Der* Jüdische Student zur Ueberzeugirng geworden ist. Wenn ich aber Recht habe, dann bitte druckt auch diesen Brief ab, wenigstens teilweise. Vor allem sage Ich Euch allerherzlichsten Dank für die üebersendung der Liste, in die Ihr auch mich einfügen werdet Ich sende Euch und allen Bundesbrüdern die herzlichsten Z;onsgrüße und erwarte mit Sehnsucht Eure nächste Sendung, event. .den J. St. Euer Alfred Berliner 25.X 14 Liebe "Bundesbrüder! ich bestätige den. Empfang der Kriegs! iste, des Rundschreibens vom 9. Oktober, der Karten, der Liebesgaben, bestehend in Zigaretten und* Zigarren, für die ich Euch, besonders dem vermutlichen Spiritus recio-r Arthur Stein.:;%ef|iich°.danke. Nachdem ich mit meiner ersten Karte aus . . diele Erfolge zu verzeichnen habe, hoffe ich, durch einen Brief noch weit .größere'' Kriegsbeute zu erzielen; f ' °, . Kurrein sind mir auf meinem bfsherigen.'sechswöchentlichen Kriegspfade nur einige Male um., die Ohren gesaust und zwar dadurch, daß-einigen Landsturm ieuten das Gewehr aus Versehen, i-osgeg^ngen ist giiickHcherwei^e ohne Schaden anzurichten.. Im übrigen stehen unsere Gewehre da. zwar geladen, aber immer noch unbenutzt Die Einwohner smd nach wie vor friedlich, auch die Einvvohnerinnen, besonders die jungen. Offen gesagt, sie. heißt josephine und isi hier im Hospital beschäftigt wo -ich, angeblich um kranke Kameraden zu besuchen, häuf-g' zu treffen bin, An Zeit mangelt es mir nicht nachdem ich heim Kommiß meinen wahren Beruf entdeckt habe. Ich bin seit vier Wochen KgL pr. Ba-amcns-Bäckermeister.—??: — Die Funkdon verdanke ich 'meinen, hervorragenden französischen Sprachkenntnissen-, die ich mir tatsächlich durch den Verkehr . in der Ruderabteilungangeeignet habe. Als nach unserer Ankunft hier . die. Brot-' Versorgung stockte, bekam ich den Auftrag, mit der . , . Bäckerei ■zu verhanoein, Schließlich entdeckte ich einen modernen Back« ofem ' in dem wir unser geliebtes Kommibbrot selber herstehen konnten. Schon . sortierte ich unsere Berufsbäcker aus der Kompagnie-. heraus, bestehte Meh! etc. beim Eiappenmagazin,. und seitdem wird gebacken./'daß die Fetzen fliegen« Ich .bin,- wie jesacht, der Meestfcr, führe Buch - und'' Aufsicht. et<u wodurch mir : „leider4 der ehrenvolle, aber ungemütlichere Wach- und - Patrouiuendlensc entgeht . .. Diese Woche mußich rnich nach; einer anderen Funktion - umsehen, - da wir von niuneg%^krtiges Brot, aus der Feinbäckerei in Löwen beziehen wttdh\!'< Umm\ Aufenthalt hier „ hat übrigens am .längsten, gedauert —-W?s: