Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 6 (23.1.1915)
- Date
- 1915-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Der jöäische Student 249 Andere erklären, sie hätten absichtlich ra hoch geschossen, in einem von JRxissen heimgesuchten Dorferühmte uns eine Frau das anständige Betragen der uftier den russischer* Soldaten iehndikhen Juden. — Außer Siedner und MüEer&eiin, die ich Im vorigen Briet erwähnte, habe ch ke ine Bundesbrader. getroffen. "Mein erstes Zusammentreffen, mit. Müller- ..herni wir sind uns inzwischen, öfter begegnet — gestaltete skr* also : Es war an ekiem Tage jener Kämpfe, die in der Geschichte ais Schlacht bei lanüehbeig iomehen werden, am frühen Morgen.. Meine Abteilung mar« .. schierte am Ende der Vorhut Wir trabten dann — anscheinend wollte man uns .verwenden — an der anderen Kolonne vorbei und überholten' hierbei auch-eine Abteilung Feidartiflerie. .Da hörte ich hinter mir aus der Artillerie - heraus rufen : ySind Sie nicht .der Rechtsanwalt Hirsch'sus Berlin?" khsah "nicht von-'wem der Ruf kam, nnd halte'nur noch soviel Zelt um zu erwidern.: •vJa- und wer sind. Sie*?" -.Antwort:^..Müllerheini.* . Bald darauf mußten wir "halten;usd: absitzen, und. nun zog' wieder die. Artillerie an uns vorbei - ich paßte auf und entdeckte jetzt Müikrbdm.- . .Ich . trat an ihn heran und wir wünschten" uns gegenseitig/alles Gute, Es war mir tm eigenartiges Gefühl, als .ich mit; Müllerheim -an jene^n Morgen, von -demman-fühite, er werde einen .heißen Tag bringen, Händedruck tauschte; es erschien mir wie eine ' B&sfegekng der.-Fusion,- die 'mir, trotzdem ich doch einigermaßen an ihr 'beteiligt' war, durch die Wucht der folgenden Ereignisse fast-aus dem 8e- /■weisem, gekommen war. : kh-'schrieb. Dir schon, welch ima.DsIösehJschen Eindruck auf mich unser Einzug 45>-'..das von den• Russer» ' befreite■•■Insterburg .gemacht hat Die Be- - v^effeng -^r in einem Rausch, der -jube! .kannte .keine Grenzen. Dabei . haften die - Russen-f sich, anständig; betragen, bezahlt, was sie '"verlangt, und ' ' i-ul strenge....O.rdhuhg gehlüt^ ich war i»ei der Sache sehr, gerührt - — -aber gkichzeiug" auch, von-Neid' erfüllt'!..------ So .bedeutungsvoll die öberwäiugejKie nationale* E-rfiebung : des deutschen .Volkes' auch ist....— - gewisse Kreise der "lüdlsKbtTi Jugend seheinen anch -daraus kerne Schlüsse .gezogen zu'haben,. :---Wenn .mar* da einen seferwarz-weiß-rot um'ränderien Aufruf iiest: wir "sind zwar . nicht Resen*ecfri;der£ ge-svorden. wir Folien aber trotzdem unsere Pflicht mn — wirkt das. einiach peinlich*- Man', kann -sich hiernach schon denken, was v^b,,diesen' Etsiän ^Icä dem Feldzvge m erwarten ist:- wir haben unsere ,.Pnicbt "getan, ätso •maebt nns: zu Reserveoffizieren, . Ah wenn wir ans um . dieser Belohnung wxiiei\/aufopfern, a^s wenn es uns auch in der-f rage der ..G.^ekhber^cbtJgting Irgend etwas nützte, wenn wirklich ^us gmem gewissen ':Daitkbaifensgefühl.' heraus einige Juden befördert wärden! Als wenn es; nicht. Vielmehr nachdem Feldzuge unsere Aufgabe sein 'maß. zu. einer wirklichen ^richtigen Verständigung mit. dem deutschen Volke zu komrnen. Wenn es J!^rgell%t^- bei den. .maßgebenden Kreisen des deutschen Volkes Verständnis ..für,' t&iisere La^e zu 'erreichen, dann .können wir auch zu dem Anstand und' . Gerech%kei^inn des -deutschen Volkes das Vertrauen haben, daß. mm uns die uns zukommenden Rechte gewährt: — Äucfr die kyxmt Notiz über den Aufruf des ICj.V. habe itif in einer zufällig gefundenen Königsberger Zeitung gelesen. Dieses Lebenszeichen; .unsere nenen Kartells bereitete mfr natürlich eine Sondere Freude imä