Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 5 (1.11.1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 56)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 141 Es ist selbstverständlich, daß wir auch das Fechten nicht vernachlässigten, wie wir Oberhaupt den studentischen Betrieb möglichst stramm gestalteten. So verliefen auch unsere Kneipen zu allgemeiner Zufriedenheit. Erwähnt sei unsere große Semesterantrittskneipe, die Maibowle auf dem Müggeltunn und die Bowle, die draußen zusammen mit unserer Ruderabteilung in ihrem herrlichen Bootshause in Oberschöneweide stieg. Wie man sieht, läßt sich auch in Berlin im Sommer ein Semester machen, das hinter denen der suddeutschen Kartellvereine nicht zurückzustehen braucht Personalia: Auf dem Antrittskonvent wurden inaktiviert: Oeorg Cohn, Frankel (mit dem Stammverein Freiburg). H o 1 d h e i m , L i p s c h i t z, Schoenfeld. Die i. a. B. Ludwig Hl r s c h b r u c h , Löwenberg, Schwabacher wurden A. H. i. a. B. Max Lichtens t e i n promovierte magna cum laude. Unser A. H. Rechtsanwalt Erich Cohn vermählte sich mit Fräulein Elisabeth Lessen Berlin, im Juli 1914 Leo R o s e n b 1 ü t h >( ♦ * * Verbindung Judischer Studenten Ivria an der Universität Freiburg i.B. Gegr. 13. April 1QÖ7, — Farben: gold-rot-gold. Kneipe: Josephskeller. Briefablage: Schloßbergstr. 7. Unsere Bundesbruder, die den vergangenen Sommer in Freiburg verbracht haben, werden aus Kriegslärm und aufregung doppelt wehmütig an unser beschauliches Jvria-Dasein zurückdenken. Freiburg, die herrliche Stadt, die schöne Alberto - Ludoviciana, der Freundeskreis der Ivria haben wieder — wie schon so oft — ihr Outes bei unsern Bundesbrüdern gewirkt. Ich merkte unsern jungen Füxen — besonders denen aus der Großstadt — die Freude über das innige Zusammenleben'an. Wundervolle Frühlingstage leiteten das Semester ein und wir genossen die Natur dieser schönsten aller deutschen Städte, Später freilich ging für einige Wochen der wohlbekannte und vielgehaßte Freiburger Landregen nieder. Er konnte uns nicht die Laune verderben. Wir zogen uns auf unser besseres Ich zurück, d. h. wir arbeiteten fleißig an den Aufgaben» die unsere Verbindung an uns stellte, ja, kaum sollte man es glauben, die Alma mater sah unsere Bundesbtüder regelmäßig und mit Freude an die Studienarbeit gehen. Jeder, der einmal in Freiburg studiert hat, weiß, wie prächtig es sich in dem schönen Kollegiengebäude und in den Instituten arbeiten läßt Unseren Füxen ließen wir einen regelmäßigen Unterricht in der Theorie und Praxis der nationaljüdischen Bewegung, in der judischen Geschichte, und im studentischen Komment angedeihen. Die körperliche Ausbildung besorgte das Fechten (5 X wöchentlich Paukboden) und das Schwimmen» zuerst im Hallenbad, dann im Dreisamfluß, endlich bei dem reizenden Breisach im Rhein. Das Schönste aber, was wir unseren Bundesbrudem bieten konnten, waren die regelmäßigen; außerordentlich häufigen Wanderungen, die wir in Freiburgs Umgebungen unternähmen. \ '' ■• -;