Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 5 (1.11.1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Der Judische Student Verbindung Judischer Studenten Maccabaea Oegr. 6. Dezember 1906. — Farben: Blau-weiß auf gelbem Grande Kneipe u, Br ief abläge: Charlottenburg, Cauerstr. 22. Tel: Amt Wilhelm, 4907. Wir eröffneten unser 16. Semester mit einer Corona von 15 Burschen und 4 Brandfüxen. Unsere Chargierten sind: cand med. dent Leo R o s e n b 1 ü t h X f7- M. stud. ehem. Bruno Perl XX K. W. smd. med. Herbert Engel XXX Fechtwart wurde Schoenfeld. Unsere Keilarbeit brachte uus Zuwachs von 6 Füxen, von denen zwei nach Freiburg gingen: stud. phil. Paul Graetz stud. med. dent Leo J a c o b o w i t z stud, iur. Walter Mannheim \ aus Berlin stud. iur. Nathan W i esen stud, iur. Arnold W o 1 f f stucL iur. Emanuel Hill e r aus Colberg. Den Tendenz-Fuxenunterricht gaben die i. a. B. Georg Cohn, Dr. M. Lichtenstein und A. H. Dr. M. B i 1 e s k i. Neben dem F. M. gaben noch die A. H. Felix R o s e n b I ü t h> Dr. M. B i I e s k i, Dr. Julius R o s e n - f e 1 d einzelne Cpmmentfuxenstunden. Außerdem sorgten regelmäßig stattfindende Zeitungsreferate, Burschendiskussionen und Vorträge für die Ausbildung der Bundesbruder. Besonders erwähnt sei aus der Reihe der Vorträge der Bericht unseres A. H. Kurt BlumenfcId über seine Palästinareise, An der Gedenkfeier zum Todestage Theodor Herzls nahmen wir offiziell teil. Unsere Inaktiven haben uns einen jung-jüdischen Abend in Aussicht gestellt. Für den engen bundesbrüderlichen und freundschaftlichen Zusammenhang war die Einführung des offiziellen Wanderns von großer Bedeutung. Fast an jedem Sonntag ziehen wir in voller Wanderausrüstung mit Guitarre und Mandoline hinaus in die ebenso schöne wie unbekannte Umgegend Berlins; mehrtägige Fahrten iührten uns nach Mecklenburg und in den Spreewald. Da draußen lernen sich die Bundesbrüder besser als auf Kneipen kennen; wenn man von früh bis spät auf der Fahrt aufeinander angewiesen ist, auf den Nachbar Rücksicht nehmen muß, wenn man mit Gleichgesinnten die Natur durchzieht und frohe Lieder anstimmt» wird in erhöhtem Maße das Zusammengehörigkeitsgefühl geweckt Nirgends ist eine so gute Stimmung wie auf unseren Wanderungen, ob wir morgens in flottem Marsche die Wälder durchstreifen, zusanHipn abkochen, singen und baden, oder ob wir in der Dunkelheit unserem Endziel zuwandern. Ein jeder wird von den Wanderungen die schönsten Erinnerungen mitnehmen. Zur Pflege einer systematischen Körperausbildung gingen wir z weimal wöchentlich hinaus auf den Hochschul-Turn- und Sportplatz und übten uns ttrt Springen, Werfen, Laufen u. a. Ein internes Vereins-Sportaeeting der Berliner Kartellvereine am Ende des Semesters wird unserem Sportbetriebe einen würdigen Abschluß geben.