Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 5 (1.11.1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 137 Verbindung jüdischer Studenten an der Universität Freiburg*) Gegr. 4. November 1903. — Farben: Gelb-blau-weiß Kneipe: Lorettostr. 38, Briefablage: Wiener Caf£f Karlsplatz. Wir eröffneten unser 22. Semester mit einer Aktivitas von 13 Burschen und 5 Brandffixen, zu denen bald als Erfolg der Keilarbeit 15 krasse Füxe kamen. Der Aritrittskonvent besetzte die Chargen folgendermaßen : iur. Bertold Cohn X iur. Ludwig Franz Meyer XX F. M . med. David A r n s d o r f XXX W. F. W. Sportwart wurde A rn sd o r f. In den Tendenzunterricht teilten sich die a. B. Bertold Cohn und Meyer, in den Commentunterricht Meyer und Nußbaum. Zu unserer jüdischen Fortbildung veranstalteten wir einen hebräischen Kurs, einen Palästinakurs, den i. a. B. O I a s e r abhält» und einen Burschenkurs über die Klassiker der zionistischen Literatur, der uns folgende Vorträge bringt: Ostrowski: Moses Hess Meyer: Herzl Cohn: Achad Haam Nußbaum: Mathias Acher Zahlreiche Zeitungsreferate erhalten uns über alle Vorgänge im jüdischen Leben auf dem Laufenden. Unserer körperlichen Ausbildung dienen wir, indem wir täglich fechten, wöchentlich mehrmals offiziell schwimmen und zwei Sportnachmittage haben. Vor allem haben wir zur Bereicherung unseres Korporationslebens das sportliche Wandern eingeführt. Sonntag für Sonntag durchwandern wir nun in kleinen Gruppen, den Rucksack auf dem Rücken, mit Gesang und Lautenspiel das Badener Land und lernen die herrliche Umgebung Freiburgs immer mehr schätzen und lieben; schon ist der frohe Wandergeist bei uns zu Haus. Eine Vogesenfahrt vereinte uns mit den Straßburger Bundesbrüdern, in den Pfingstferien unternahmen die Bundesbrüder Wanderungeij nach der Schweiz, Oberitalien, den Vogesen und dem Schwarzwald. Besonders stimmungsreich war eine Nachtcour. In unserer Corona herrscht ein froher Geist, der durch zahlreiche Bowlenkneipen, Abendausflüge nach der Umgebung Freiburgs, durch gesellige Abende auf der Kneipe und einen Damenausflug, ferner durch einen Exbumrael nach Breisach und durch ein intensives Leibfamilienleben gefördert wird. So dürfen wir sagen, daß unser Semester gut ist, weil es uns einen frohen Sommer schenkt und zu gleicher Zeit unsere jüdische Ausbildung und unser V. jL St-ertum fördert. Persona lia: Noher bestand sein Burschenexamen und wurde in den B.C. reeipfert. A.H. Erwin Meyer weilte einige Wochen zur Abilitärischen Uebung in Freiburg und besuchte unsere Veranstaltungen häufig. A.H. Iko Cohn vermählte sich mit Fräulein Frieda Hermann. A.Ii. Erich Cjissirer verlobte sich mit Fräulein Grete Mamlock. i. a . B. Fürst bestand sein medizinisches Staatsexamen, juli Ludwig Franz M e y e r XX* •) Eigenname steht noch nicht fest.