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Der jüdische Student · 1914-11-01 · Heft 5 (1.11.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 5 (1.11.1914)
Date
1914-11-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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110 Der Jüdische Student allgemeinen Jugendpflege entnommenen Gebieten zu.. Es wird sich verlohnen, einmal eine zusammenfassende Uebersicht dieser Zweige unserer Tätigkeit zu geben, welche heute einen wichtigen Teil des K.J. V.-Erziehuiiigs-Programmes bilden. Darüber, daß und wie das Fechten in dieser Beziehung erwähnt werden muß, welches ja den spezifisch studentischen Beschäftigungen zuzurechnen ist, braucht nicht besonders gesprochen zu werden. Wir haben oft genug hervorgehoben, warum wir Wert darauf legen, daß jeder von uns den Säbel führen kann, Mit der Verpflichtung zur unbedingten Satisfaktion wollen wir den Willen zur Kampfbereitschaft wecken und wach halten. - Wir haben ferner das Turnen gepflegt, um eine systematische und harmonische, den Mut stählende Durchbildung des Körpers zu erzielen. Darum gehörten von jeher zum Wochenprogramm unserer Korporationen Turnabende, an denen wir in Schulturnhallen in unserem Kreise, also ungestört und daher ungehemmt, unter Leitung sachkundiger Buridesbrüder arbeiteten. In letzter Zeit haben wir angefangen, uns neben dem Turnen auch dem Sport in ernsthafter Weise zuzuwenden*) Die gewaltige Bedeutung, welche der Sport für das Leben der deutschen Jugend gewonnen hatte, entging uns nicht, und wir mußten es für unsere Pflicht halten, die hier zutage tretenden Werte auch uns zu eigen zu machen. Die fröhiicil-kämpfende, zu Wettbewerb und höchsten Leistungen herausfordernde Natur des Sportes erfüllt die Bundesbrüder mit Frische und Begeisterung. So werden sie fast unmerklich, ohne daß äußerer Zwang sich unangenehm bemerkbar macht, veranlaßt, von sich außerordentliche Leistungen zii verlangen, sich zu überwinden. Manchem ist das Gefühl der Erschöpfung nach getaner Arbeit, die so gesunde und angenehme Müdigkeit nach beendetem Uebungsnachmiüag, die köstliche Ruhe und die als Reaktion darauf erwachende Lebendigkeit und Frische sicher zu einer noch nicht gekannten Freude geworden. Und schließlich haben wir bei jeder sportlichen Tätigkeit immer noch vor Augen, daß achtenswerte sportliche Leistungen dem jüdischen Namen zugute kommen und einen Kampf für die Ehre des Judentums bedeuten. Wir haben im S.S. 1914 zum ersten Mal einen geregelten Sportbetrieb durchgeführt. An einigen Orten begnügten wir uns mit regelmäßigen volkstümlichen Spielen, die durch leichtathletische Hebungen ergänzt wurden. Anderweit suchten wir ein planmäßiges leichtathletisches Training in seinen mannigfachen Zweigen mit recht hübschem Erfolge durchzuführen. In Läufen, Sprüngen und Würfen, in verschiedenartigsten Staffelten'übten sich die Bundesbrüder. Einige KarteiIkorporationen *} Vgl. hierzu die Sportbilder.

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