Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 5 (1.11.1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 109 trautesten Freunde und zum Nachfolger Theodor Herzls entwickelte. Das Verhältnis zwischen Herzi und Wolffsohn stellte Klee in den Mittelpunkt seiner Ausfuhrungen und suchte es durch kleine markante Einzelzüge zu beleuchten. Was Wolffsohn für die Bewegung gewesen ist, die er nach dem Tode ihres Schöpfers in schwerer Zeit geführt hat, wurde nur kurz dargetan, da uns zur Beantwortung dieser Frage noch die Distanz fehlt. Wolffsohn wird, so schloß die Rede, wie Herzi in der Geschichte und im Mythos des jüdischen Volkes leben bleiben und dank seiner Freundestreue und der unbedingten Hingabe an die Idee, der er diente, ein unvergängliches leuchtendes Vorbild sein. Wir sangen die Hatikwah, des Mannes gedenkend, der ein Freund der lachenden Jugend, wie wenige, sich in unserem studentischen Kreise immer so unendlich wohl gefühlt hat. Erziehung zur Mannhaftigkeit Von Dr. M B i i e s k i (V. St. Maccabaea A* H.), z. Z. U.-CX der Res. b. d. Reserve-Fernsprech-Abt Wenn sich in den stürmischen Tagen, die wir jetzt erleben, bereits gezeigt hat, daß die deutschen Akademiker den Krieg mit jener entschlossenen Festigkeit und Männlichkeit auf sich genommen haben, die man von ihnen als der Blüte des deutschen Mannestums erwarten mußte, so erklärt sich das gewiß zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Erziehung, den das Korporationswesen der Studentenschaft gegeben hat So wertvolle Eigenschaften, wie Diszipliniertheit und Hingabe an eine Gesamtheit, ebenso wie restloses Einstellen der ganzen Person beruhen zu einem wesentlichen Teile auf der Arbeit der zahlreichen Vereinigungen, deren Sinn im letzten Grunde — mit mannigfaltigen Spielarten — immer wieder der ist, in engster Gemein samkeii diese Männlichkeit heranzubilden. Wir Angehörigen des K. j. V. dürfen ohne Ueberhebung sagen, daß wir zu unserem Teile die Forderungen des Krieges erfüllt haben und daß auch bei uns in dieser Beziehung die Körporationserziehung ihre Probe bestanden hat Wir haben von jeher einen der Hauptwerte der Korporationsform in der Ausbildung der männlichen Tugenden erblickt, die sich jetzt im Kriege bewähren sollen und das schon getan haben, und haben uns bemüht, den Inhalt des Korporationslebens in einer jene Zwecke fördernden Weise auszugestalten. Die Wirkung der speziell-studentischen Formen genügte uns jedoch nicht, wenn wir auch deren Bedeutung für das hier besprochene Ziel richtig zu werten wußten; wir wandten uns beizeiten anderen, der