Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 4 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Judische Student sagen, was er hören wollte, um ihn nachher im zionistischen Sinne zu erj\$}x%xi. Aber auf Grundlage Ihres neuen Programms, das Sie annehmen wollen, werden Sie das nicht mehr können. Denn selbst, wenn ein Keilfux minderwertig genug sein sollte» aus solchem Programm "»cht zu ersehen, um was es sich handelt, so würden Sie es ihm jetzt sagen müssen. Denn dies Programm ist — wie Sie selbst immer betonen — ein durchaus zionistisches. Fs bleibt unerfindlich, wie Sie unter diesen Umständen Ihre bisherige Taktik fortsetzen wollen. Ihr bisheriges Programm hatten Sie das Recht und die Pflcht für Leute aller Schattierungen auszulegen. Wollen Sie nun in einem neuen zionistischen Programm das Wort .,Zionismusi4 vermeiden, ufn auch dies Programm nach allen Seiten hin auslegen zu können? Eine solche Taktik würde uns ebenso unmöglich wie verwerflich erscheinen. Wenn Sie also wirklich Ihre alte Taktik auch ferner für notwendig h-a l tt n, so müssen Sie bei Ihren* alten Programm b 1 e i be n , s t a 11 einen neuen und unhaltbaren Standpunkt in der Mitte einzunehmen. Absolut nicht einleuchten will uns ferner Ihre Argumentation, Sie wollten das Wort ^Zionismus** vermeiden, weil es einer Jugendorganisation gezieme, ihr Ideal selbständig zu umschreiben. Die umschreibenden Programme, die uns von Ihren Bundesbrüdern vorgelegt wurden, ebenso wie die, die wir selbst aufzusetzen uns bemüht haben, wirken in ihrer gesuchten Formulierung häßlich und( in ihrer ängstlichen Veimeidung des Wortes „Zionismus"\betnahe etwas komisch. "Auch eine geschicktere Formulierung als die bisher versuchte wird das nicht ändern. Denn im Begriff „Zionismus*' liegt etwas so umfassendes, daß man es glücklich nicht umschreiben kann. Diese Anschauung steht ganz im Gegensatz zu der Ihren, die im Begriff „Zionismus** nur das Parteimäßige sehen will. Wir geben zu, daß dieser Punkt von untergeordneter Bedeutung ist Denn trotz der unschönen umschreibenden Form könnten wir uns vielleicht auf ein solches Programm einigen, wenn nicht eben hier alle Argumente in Betracht kämen, die es verbieten, Ihre bisherige Taktik unter zionistischem Programm fortzusetzen. Es handelt sich also für uns — wie Sie sehen — wirklich nicht um starres Festhalten an Hergebrachtem, sondern um Anschauungen, deren Richtigkeit sich auch Sie nicht ganz werden verschließen können. Sollte unser Standpunkt auch fernerhin für Sie unannehmbar sein, so würde wohl nur ein Verband in Frage kommen können, der bei Gemeinsamkeit der Präsidien, Organ und Keilorganisation trotz getrennter Pro* gramme gemeinschaftlich arbeitet, Wir bitten Sie, unser Schieiben (wenn möglich) in Ihrem internen Heft zu veröffentlichen, und sind selbst jederzeit gern bereit, entsprechende Ausführungen Ihrerseits bei uns zu publizieren. Mit ergebenstem Zionsgruß Das Präsidium des K.Z.V. i.A.: D r. G u s t a v K r o} a ri k e r.