Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 4 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 75 statt, an der etwa 50 Bundesbrüder teilnahmen. Auch diese Besprechung verlief ohne praktisches Ergebnis. Es wurden die alten Argumente für und gegen die Fusion und die alten Gesichtspunkte zur Programmfrage erörtert, und es galt — wie fast immer in solchen Fällen —, das Mißtrauen der Alten Herren gegen das Präsidium zu zerstreuen und zu versichern, daß die Fusion von uns noch nicht mit dem K. Z. V. abgekartet sei. Die von unseril Leuten geäußerten Ansichten waren zu verschiedenartig— z, B. A.FL A. H. Percy Zadik und Alfred Schwarz verlangten mit Entschiedenheit ein ausgesprochen zionistisches Programm —, als daß wir uns von einer gemeinsamen Sitzung mit den K. Z. V.-ern ein Ergebnis hätten versprechen können. Am folgenden Abend fand dann ein Konvent der K. Z.V.-er statt, zu dem man zeitweise Hirsch hinzuzog, um ihm Gelegenheit zu geben, unsern Standpunkt vor den K. Z. V.-ern darzulegen. Der Konvent der K Z. V.-er bot das dem unsern entsprechende Biid. Auch dort das Mißtrauen der Alten Herren, daß das Präsidium sie in Wirklichkeit vor ein fait accompli gestellt habe, auch dort die verschiedenartigsten Ansichten, aber auch dort ein Ueberwiegen derer (insbesondere der ostdeutschen K. Z. V.-er), die ein Nachgeben in der Programmfrage für nicht angängig halten. ~ * Wir hatten den Eindruck, daß man sich in Leipzig doch auf beiden Seiten über die Notwendigkeit einer Fusion klar geworden ist wenn man sich auch auf keiner Seite zu einem Nachgeben in der Programmfrage entschließen wollte. III. Die Basis der Einigung Schon nach der ersten gemeinsamen Sitzung, als es sich gezeigt hatte, wie schwer in der Programmfrage eine Einigung zu erzielen sein Wierde, war bei uns der Gedanke aufgetaucht, daß die K.Z. V.-Verbindungen mit ihrem Programm bei uns eintreten sollten — natürlich im übrigen unter völliger Durchführung der Fusion. Dieser Plan wurde jetzt von den K. Z. V.-ern wieder aufgenommen. Nach dem Eintreffen des unten abgedruckten Schreibens des K. Z. V.-Präsidiums erklärten wir den K. Z. V.-ern, daß hiernach ein weiteres Verhandeln über eine Einigung in der Programmfrage zwecklos erscheine, da es nicht angängig sein werde, die Fusion mit einem zionistischen Programm zu machen. Es bleibe daher nur übrig — wenn man überhaupt eine Fusion herbeiführen wolle —, über die Ausgestaltung des Projekts, eine Fusion mit Beibehaltung der Programme zu machen, zu verhandeln. Am 29. Juni fand dann eine nochmalige S i t z u n g der beiden Präsidien statt und in dieser kam eine Einigung auf folgender Gründlage zustande.