Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 3 (25.6.1914)
- Date
- 1914-06-25
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Der Jüdische Student Monatsschrift des Bundes Jüdischer Corporationen ^Tjahrg^ E^r^l^tT^ Wo.3~ B, J. C. und Mischehe Von Arthur Pelz (Berlin-Kömgsberg A. H.), Königsberg*) Grundsätzlich besteht über die Stellung zur Mischehe im B.J.. C. wohl keinerlei Meinungsverschiedenheit Sie ist eindeutig bestimmt durch das Bekenntnis zum jüdischen Nationalismus, der, für die Gegenwart widerspruchslos, die Mischehe aufs entschiedenste verwirft Grundsätzlich "durfte darüber, wie gesagt, im B„ j, C eine Diskussion kaum möglich sein. Und ich glaubte,, daß auch die Folgerung für den praktischen Fall für jeden Einzelnen von uns leicht und einlach, in ihrer inneren Notwendigkeit ohne Zweifel sei: ein Bundesbruder, der eine Mischehe eingeht gehört nicht mehr in den B, J. C; er hat — auf welche Weise, ob freiwillig oder durch Ausschließung, bleibe vorläufig dahingestellt — aus dem B.J. C auszuscheiden! Zu meiner Ueberraschung mußte ich, als ich jüngst einen bevorstehenden Fall zur Erörterung brachte, erfahren, daß meine Annahme img war, daß weder Klarheit noch Uebereinstimmung über diesen Punkt in unseren Kreisen herrscht Nicht nur einige hiesige reifere Inaktive, mit denen ich diesen Fall besprach, sondern vor allem die führenden Kreise Berlins waren von einer konsequenten Durchführung des Grundsatzes durchaus nicht durchdrungen und hielten eine jedesmalige Prüfung von Fall zu Fall nicht nur für erlaubt, sondern sogar für zweckmäßig. Das veranlaßt mich, diese Frage der Gesamtheit des B. J. C zur Erörterung und zur Entscheidung vorzulegen. Diejenigen, die für den einzelnen Fall Ausnahmen als zulässig ansehen, sagen etwa folgendes: Wenn erstens die Frau zum judentume übertritt; wenn z w e i t e n s der be- .' *) Veranlassung zu diesem Artikel ist der Fall KlewanskL Der V. j. St Königsberg beabsichtigte, KL, der sich mit einer Christin verlobt halte, den Rat zum Austritt zu geben und fragte das Präsidium an, wie es sich, dazu stelle. Rosenkranz äußerte sich in einem Schreiben an Pelz dahin, daß er die Absicht des V.J,St. Kbg. mißbillige; der V.J. St. Kbg. blieb jedoch bei seiner Ansicht und gab KI. den Rat z. A. — Das wichtige Problem wird hiermit zur Diskussion gestellt: D. Red.