Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 1 (20.5.1914)
- Date
- 1914-05-20
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 9 sollt den andern mit gutem Beispiel vorangeben, aber noch mehr, die Sammelarbeit hierfür organisieren und sie durch stete Anregung wach erhalten. Es gilt, jedem Juden klar zu machen, daß er als Schriftsteller, Gelehrter, Verleger, Buchdrucker oder Buchhändler kein Buch erscheinen lassen darf, wenn er nicht zuerst einmal freiwillig ein Ehrenpfüc h texemplar an die Universitäts-ßibljothek zii Jerusalem abliefert. Jeder junge Doktor sollte es für eine besondere Ehre ansehen, der Universitäts-Bibiiothek Jerusalem das erste Exemplar seiner Dissertation zu überreichen. Jeder Student sollte in jedem Semester seine Bücher daraufhin durchsehen, welche noch a u t erhaltenen Bücher er jetzt * Cü> J bereits abgeben kann. Er sollte bei seinen Freunden und seinen Verwandten dahin wirken, daß jeder von ihnen es als selbstverständliche Pflicht empfindet, alle Bücher, deren er entraten kann, schon jetzt der Hauptsammelstelle der Jerusalemer Universitäts-Bibliothek, die sich in Berlin befindet, zu übergeben. Natürlich wollen wir dabei nicht den falschen Eindruck hervorrufen, als ob wir eine Brockensammiung einrichten wollen und als ob es angängig wäre, uns die zerrissenen und beschmutzten Bücher zuzusenden, die dem wohlverdienten Feuertode zu überliefern, man sich aus irgend weichen falschen Gründen scheut, die man aber doch los sein möchte. Auch solche Bücher werden un^ zugehen, und wir müssen uns vorbehalten, daß die Verwaltung der Universitäts-Bibliothek, wie Verwaltungen aller Bibliotheken der Welt, allein darüber zu bestimmen hat, welche Bücher sie endgiltig einreiht, wie sie die Doubletten verwendet und was sie mit den völlig unbrauchbaren Büchern zum Besten der Bibliothek anzufangen gedenkt. Auf absehbare Zeit hat die Universitäts-Bibliothek noch keine Mittel, um Bücher einbinden zu lassen. Wie teuer aber die Buchbinderarbeit ist, wird jeder einsehen, der sich überlegt, daß selbst ein kleiner Halbleinenband durchschnittlich auf eine Mark zu stehen kommt Die weitaus größte Zahl der Bücher erfordert ganz andere Beträge für die Buchbinderei. Wenn man für den Durchschnitt den sehr mäßigen Peeis von 1,50 Mk. ansetzen würde, so würden uns 10 000 Bände, die wir binden