Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 1 (20.5.1914)
- Date
- 1914-05-20
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student / und allgemein gebildeten Kreise ist das Kapital, das uns die Bücher zur Verfügung stellt Andere Bibliotheken verfügen zudem über das wertvolle Recht, Pflichtexemplare der neuerscheinenden Werke zu erhalten. Wir müssen auch dieses Recht, das alljährlich viele tausende von Werken den großen Bibliotheken umsonst verschafft, durch andere Mittel ersetzen. Die uns gestellte Aufgabe ist daher von so außergewöhnlichen Schwierigkeiten, daß wir wohl das Recht haben, um so mehr an die Mithilfe mit Rat und Tat seitens aller Juden zu appellieren, die überhaupt noch ein Interesse am Judentum haben. Um wie viel mehr aber müssen wir jüdischen Akademiker uns für dieses Unternehmen begeistern, die wir den Wert einer Bibliothek zu ermessen wissen, die wir unsere Bildung und, unsere Weltanschauung nicht zum wenigsten dem Buche verdanken. Um die Bibliothek zu schaffen, bedürfen wir a I i e r Bücher! Wir können nicht irgend welche Wissenschaften oder irgend eine Literatur von unserer Bibliothek ausschließen, denn nur die Universitas litteraria macht die Bibliothek für die Universitätsstudien brauchbar. Ob einer Medizin oder Judaistik, Geschichte oder Naturwissenschaft, Philosophie oder Mathematik, Astronomie oder Jurisprudenz studieren will, er bedarf dazu der Bibliothek als der Sammelstelle alles wissenschaftlichen Materials. Das ist noch weit mehr notwendig für die wissenschaftliche Arbeit der Gelehrten. Daher müssen alle Wissens c h a f t e 11 und alle -Literaturen bei uns vertreten sein. Aber auch keine Sprache kann von unseren Bibliotheken ausgeschlossen sein. Denn wie wir Philologenhaben werden, die jegliche Sprache und jede Literatur in ihr Studium einbeziehen müssen, so kommen . auch unsere zukünftigen Studenten aus allen Ländern der bewohnten Welt Es wird zwar in Jerusalem eine nationale jüdische Universität "sein, aber wir werden auch Studenten anderer Nationen bei uns sehen, besonders der orientalischen. Vor allem aber werdeix jüdische Studenten aus allen den Ländern kommen, in denen es n^ch ein jüdisches Kulturbedürfnis gibt, in denen noch Juden -wohnen, die ein geheimes Sehnen und ein offenes Verlangen nach den Stätten treibt wo die jüdische Nation die höchste Blüte ihrer Kultur erre;cht, wo der hebräische