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Der jüdische Student · 1919-12-01 · Heft 8 (Dezember 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 8 (Dezember 1919)
Date
1919-12-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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Aus den Korporationen 365 stud. med. Georg Neu-mann aus Gnesen, stud. meid. Hans Schiftan aus Kempen, stud. med. Willy Tandesar aus Hindenburg. Die Ausbildung der Füxe erfolgt in Parallelkursen für erste und zweite .Semester, die Polke und Petzal in Tendenz, Hermann Cohn und Schweitzer in Komment, Alex K a a t z in Geschichte, S k o p p in Hebräisch geben. Der weiteren Ausbildung der gesamten Aktivitas dient ein /ausgezeichneter Palästiniakurs von Joseph Markius im national- Jüdischen Jugendiausschuß und ein Kursus über jüdische Wirtschaftsprobleme von Dr. K a p 1 u n - K o g a n an der neugegründeten jüdischen Volkshochschule. Diese beiden Kurse sind offiziell. Auch an anderen Kursen der Volkshochschule, die alle Zweige jüdischen Wissens umfassen, nehmen die K. J. V.^er offiziös teil. Getont wird einmal wöchentlich im jüdischen Turnverein unter Leitung eines Turnlehrers, Sonntag früh treiben — jetzt im Winter leider nur wenige — Sport, vereinzelt wird auch gefochen. im Mittelpunkt unserer Geselligkeit stehen die Freitag-Abende bei .unseren Alten Herren, bei denen jedes Mal, häufig auch mit den Damen des Jüdischen Studentirinenvereins „Techijah" zusammen, ein fröhliches Leben herrscht. An Stelle der Bierkneipe haben wir in Abständen von •etwa vierzehn Tagen legere Teeabende. Die mühsam geschaffene Zusammenarbeit der jüdischen Korporationen innerhalb der „Arbeitsgemeinschaft" ist vor der Hand vorbei, da diese nach dem Ausscheiden des K. C, dem zwei der wissenschaftlichen Vereine nur aillzu willig oder vielmehr gänzlich willenlos folgten, leider zerplatzt ist. Mit einzelnen K. C.-ern jedoch, die einsehen, daß bei dem gemeinsamen Kampf, den wür gegen den Antisemitismus und vor allem gegen den würdelosen 'Straßenantisemitismus der Studentenschaft führen, das Gemeinsame stärker ist als das Trennende, sind wir eifrig bemüht, eine Zusammenarbeit nerzustellen. Wir stehen da auf einer Plattform mit einem Unterausschuß des „Bundes jüdischer Frontsoldaten", der einen gleichen Zusammenschluß erstrebt. Ich habe etwas ausführlicher über das Leben «jer Zephirah berichtot, um wenigstens etwas von dem Mißtrauen, das gegen sie besteht, zu zerstreuen und vor allem dem entgegenzutreten, daß wir die Ringfrage aufgerollt hätten, weil wir nicht arbeiteten, nichts Besseres zu tun hätten, und unser ganzer Betrieb nichts tauge. Wir glauben das, was man früher einmal gute K. J. V.-Arbeit genannt hat *), hier zu leisten, und wenn wir das nicht täten, würde uns Ringanhängern, die wir jetzt die Verbindung leiten, von den anderen ganz gehörig auf die Finger geklopft werden. P e r s o n a 1 i a: Fritz Guttmann promovierte zum Dr. rer. pol., Frey, Lelewer, Nothmann, S chn eeraann. Sc h w a r z, S k 1 a r z bestanden das medizinische, Alfred Heyn a n n das zahnärztliche Staatsexamen. Es vermählten sich: A. H. Georg Schutz mit Frl. Käthe K1 e e m a n n aus Kattowitz, A. H. Martin Schwarz mit Frl. Friedel Nothmann aus Beuthen, A. H. Martin Nothmann mit Frl. Minna Bergmann aus Breslau. Fritz Breitb arth und Hermann Cohn wurden A.H., Petzal und Pogors c h e 1 s k y inaktiviert, Fröhlich und U n i k o w e r rezipiert. Martin Fink eist ein* V. J. St. Ivria, Heidelberg Das verflossene Sommer-Semester in Heidelberg war ausgefüllt durch Tendenzkämpfe, die einen großen Teil der besten Kräfte absorbierten und * Zusammengehen mit dem K. C. und dem „Bunde Jüdischer Frontsoldaten" (wenn es damals schon einen solchen Verein zur Abwehr des Antisemitismus gegeben hätte) verstand man früher allerdings nicht unter guter K. J. V.-jArbeit. Das Mißtrauen dagegen wird die Zephirah auch kaum ausrotten können. Die Red.

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