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Der jüdische Student · 1919-11-01 · Heft 7 (November 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 7 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Stein, Ist die Keilarbeit überflüssig und unsittlich? 299 Am 28. abends nahm der größte Teil der Delegierten an einer *Präsidiumssitzüng teil. ' Dem Präsidium war der Verlauf der Tagung ein Beweis daftirj d'äßi-es auf dem richtigen Wege ist.Die Stimmung, welche über der Tagung5 lag; war von Anfang an erfreulich, trotzdem die Bundesbrüder einander meist unbekannt waren; sie war wieder so, wie' wir es vor dem Krieg bei Zusammenkünften von Bundesbrüdern gewohnt waren. Der inhaltliche Wert der Tagung war viel größer, als man es vor dem Krieg hätte erträumem können. Es war zwar von vornherein nicht x beabsichtigt, auf dieserzur Instruktion der Verbindungsvertreter bestimmten Veranstaltung überdie 'Ringfrage zu sprechen; aber die Tatsache, daß drei Tage verhandelt werdet konnte, ohne daß ein Bedürfnis zu einer Ringdiskussion bestanden1 hatte, und daß während dieser drei Tage die Ringfrage kaum gestreift worden ist beweist mehr noch als die Abstimmungsergebnisse in den Kartel'Iörganis. sationen, daß die Ringbildungsaktion bereits jetzt als gescheitert betrachtet 'werden kann. Selbstverständlich wird'das letzte Wort in der Ringfrage auf dem Kartelltag zu sprechen «ein, wo ihrer Besprechung der ihr gebührende Raum gegeben werden soll. So gab'die Tagung dem Präsidium die Gewißheit, daß die während des Krieges entstandenen Gegensätze in gemeinsamer Arbeit und durch die Erziehung im neu aufgerichteten Kartell sich ausgleichen werden ilrid daß -'diei jenigen im Irrtum sind, welche behaupten, das Einheitsprogramm des'Präsidiums habe 'keine Aussicht auf Durchsetzung und Erfolg- Ist die BCeilarfoeif überflüssig 1 unil unsittlich? In einer jener Sommer-Universitäten, in denen in der Zeit des Keilens der Kampf zwischen % J,V. und K. C sich zuzuspitzen pflegt, spielte stcÄ vor etwa drei Monaten folgender Vorfall"ab*: - -• : i- :' -! " 7 Der K. J.V.-er K.. der aus Kriegszeiten stammt und daher mit der Erziehung des K. J. V. nicht allzusehr verbunden war, erzählte den "Keiß. füxen H. und G., um sie für uns zu beeinflussen, die jüdische Gemeinde Berlin habe in der Revolutionszeit fünf Millionen Mark verausgabt, um Regie?- rungssoldaten zum Schutze der Judenviertel von Berlin W< für dk'n. Fall von Progromen anzuhalten. Die Ostjuden, die nicht zur Gemeinde gehörten, seien also von dem Schutze ausgeschlossen worden, so'daß die-BerC liner Zionistische Vereinigung für -sie eine Selbstwehr habe" bilden müssen. Diese »Tatsachen" habe er, K., von seinem Vaier, Mitgliede der Repräset!*- tantenversammlung erfahren, auch habe er die fragliche Rechnung gesehen. Alle diesbezüglichen Angaben sind im Bewußtsein der Unwahrheit ge* macht worden, K. hatte lediglich ein Gerücht gehört, wodurch die -Gemeinde „für die fragliche Angelegenheit"*) 1 Million Mark ausgegeben habe K. hatte, um seine Keilarbeit wirksam zu gestalten, um dieses Gerücht das obett wiedergegebene Märchen gedichtet; die Behauptung, er habe die Ari^- gaben von seinem Vater gehört und die Rechnung gesehen, war erlegen! Am nächsten Tage klarte K. den Keilfuxen G., der ihn zur Rede stelltet über die Schwindelei auf und fügte hinzu, die Keilarbeit zwinge1 den Keilerf den mit Naturnotwendigkeit" zum Lügen, so erzähle man z. B« den Keifr füxen immer: „Wenn Sie Zionist werden, werden Sie innere Sicherheit erl langen, während in Wirklichkeit hiervon keine Rede sein könne; da wif;;al$ ein Geschlecht des Uebergangs" auch durch das-zionistische Bök'enri'ti nis nicht aus unserer Haltlosigkeit herauskommen. v> ~ ' '; - K. lsf aus dem Kartell geschieden und der Fäll als solcher so weit-eri iedigt Doch verlohnt es sich, einige Bemerkungen anzuknüpfen; - *) Was hierunter zu verstehen sei, ist aus dem Protokoll nicht ersteht! lieh; - :" * : ' ••-

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