Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 5 (August 1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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AUS DEM ALTHERRENVERBAND IIIIIIIII Unsere Aufgaben im Kampfe um die Gemeinden Endlich haben die Zionisten, bezw. deren Leitung, in Deutschland — sich entschlossen, anzuerkennen, daß ein Zion ohne Galuth ebenso wenig entstehen und bestehen wird, wie etwa ein palästinensischer Cheder ohne babylonischen Talmud, und daß jede Zionsarbeit auch eine Galuth-Arbeit verlangt, und zwar eine Galutharbeit nicht nur in dem Sinne, daß im Galuth für Zion zu arbeiten ist, sondern auch in dem Sinne, daß im Galuth an der Entwicklung der jüdischen Menschen und der jüdischen Ideen im Galuth und für das Galuth zu arbeiten ist. Endlich ist diese Notwendigkeit erkannt (und ich lasse dahingestellt, ob die Situation vor dem Kriege wirklich so schwierig für den Zionismus war, daß alle Kräfte — mehr, als es etwa jetzt notwendig ist — in den Dienst des reinen Ziongedankens gestellt werden mußten)--und als eine, vielleicht als die wichtigste Folge dieser Erkenntnis wird die Beteiligung der Zionisten an dem Kampf um die jüdischen Gemeinden, um ihre Grundlagen, ihre Organisation und ihre Zukunft gefordert, wird ein Gemeindeprogramm von den Zionisten Deutschlands aufgestellt Vor einigen Wochen hatte der Bezirksverband der Berliner Alten Herren eine Versammlung der Berliner Alten Herren einberufen zwecks Aussprache über die Aufgaben der Alten Herren bei den bevorstehenden Wahlen zur Berliner Repräsentanten-Versammlung. In der Einladung war darauf hingewiesen worden, däß hiermit wirklich und endlich dem Verlangen der Alten Herren nach einer Möglichkeit zu praktischer Arbeit entsprochen und deshalb eine intensive Beteiligung und ein intensives Interesse erwartet würde. Aber die Zahl der erschienenen Alten Herren war unglaublich gering; — wenn man davon auf das wirkliche Interesse der Alten Herren und darüber hinaus (denn es gab einmal — ist es wirklich schon so märchenhaft lange her? — eine Zeit, wo unsere Alten Herren sich als Brennpunkte des zionistischen Lebens in Deutschland fühlten!) der deutschen Zionisten schließen wollte, so könnte man wirklich dem Zionismus nur den Rat geben, die Finger von der Gemeindearbeit zu lassen, — denn das Fiasko wäre riesengroß und jammervoll. Aber die Alten Herren des K. J. V. sind (soll man wirklich sagen: Gott sei Dank?) heute nicht die Spiegelung des zionistischen Lebens in Deutschland, und ich gebe sogar nicht die Hoffnung auf, daß die Alten Herren doch vielleicht nicht nur für Stunks, Parteien, Gruppenbildungen und andere mehr oder minder unerquickliche und mehr furchtals fruchtbare Erscheinungen, sondern - auch für eine praktische Arbeit zu interessieren sind, die keiner aufgeregten Debatten, keiner persönlichen Verunglimpfungen, keiner