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Der jüdische Student · 1919-08-01 · Heft 5 (August 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 5 (August 1919)
Date
1919-08-01
Page
[Seite] (sequence 41)
Language
German
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Aus den Verbindungen 213 Breslau Ich kann meinen Semesterbericht kurz fassen, da ich das Wesentliche schon gesagt habe (vgl. Bericht der Zephirah, J. St. XVl, Heft 4). Zur Ergänzung wäre zu bemerken:* Das Ergebnis der wissenschaftlichen Arbeit war befriedigend. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatten wir wieder Fuxen- und Burschenexamina eingeführt, die uns den Maßstab für eine Beurteilung gaben. Sie fielen zwar nicht gerade glänzend, aber doch einigermaßen befriedigend aus. Die in demselben Bericht angedeutete wissenschaftliche Arbeit der Burschen erweiterte sich: zu den bestehenden beiden hebräischen Kursen kam ein dritter für Inaktive und jüngere Alte Herren hinzu; ferner taten sich einige Burschen zu einem Kurs an Hand von Klatzkins „Problemen* zusammen. Der Turn- und Sportbetrieb ließ leider zu wünschen übrig, nicht an* Beteiligung sondern an Organisation; es mag dies an den lokalen Verhältnissen liegen — jedenfalls ist es eine Pflicht aller Breslauer Bundesbrüder,, gerade in dieser Hinsicht weiterzuarbeiten. Die Keilarbeit schritt weiter rüstig fort und brachte uns fortlaufend biszum Schluß des Semesters weitere Aktivmeldungen — hierüber brauche ich wohl kaum ein Wort zu veiHeren; ich konstatiere nur, daß die Keilerfolge in Breslau die besten im ganzen Kartell waren, daß wir den K. C. weit geschlagen haben und daß die Zweiteilung uns gerade in diesem Punkte ausgenützt hat. Ich muß auch voll und ganz aufrecht halten, was ich einst über Bundesbrüderlichkeit gesagt habe. Wenn man bedenkt, daß wir in diesem Semester vierundzwanzig Füxe in der Zephirah gehabt haben und daß alle ausnahmslos sich heute bei uns schon völlig heimisch fühlen, dann wird man wohl auch in diesem Punkte kaum noch irgendeinen Zweifei hegea können. Ich will die einzelnen Veranstaltungen — so schön viele waren — gar nicht erwähnen; ich stelle nur fest, daß es keinen Bundesbruder mehr gibt, der als Outsider durch das Korporationsleben bummelt. Aber da kommen nun die Bundesbrüder, die für Ringbildung eintreten,, und erklären: „Ja, aber unser Verhältnis zur Hacheruth.4' Und wenn man dem genauer nachgeht, so findet man, daß sich die betreffenden Bundesbrüder meist verletzt fühlen durch formale Verstöße im Verkehr oder formr loses Auftreten überhaupt auf der andern Seite. Dagegen gibt es nun sehr wohl gesetzmäßige Mittel, vor allem aber das der Belehrung; aber wenn, man nachforscht, ist keins derselben versucht worden, „weil die Leute doch unbelehrbar sind." Ich möchte beinahe zweifeln, wo hier die wahre Unbundesbrüderlichkeit liegt.. Was aber viel wesentlicher ist: es handelt sich immer nur um Einzelfälle, wie sie stets vorgekommen sind; im allgemeinen war auch das Verhältnis der Bundesbrüder der Zephirah zu denen der Hacheruth durchaus gut. Bleibt nur noch die Frage bestehen: war das Nebeneinanderbestehen der beiden Korporationen in Breslau auch fruchtbar? Ich habe hinsichtlich der Keilarbeit die Frage schon bejaht, aber auch hinsichtlich der inneren Arbeit ist die Lage die gleiche. Daß bei der Stärke der Aktivitas eine

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