Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 5 (August 1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom Präsidium 199 : organisieren^ 7Die -Tendenzkorporation innerhalb des Kartells, die . ihre Tendenz nicht ausleben* darf, führt zum Zerfali mit sich selber. Gibt das Kartell der Tendenzkorporation ihre Berechtiung, gibt es ihr aber nicht die Möglichkeit unbeeinflußt von örtlichen •v Zufälligkeiten; sich über den ganzen Bereich des Kartells organisch : zu entwickeln, so schafft das Kartell..schuldhaft den Geist des Mißtrauens. der~ Schwäche und der Feindseligkeit, untergräbt .also die Tendenzkorporation und die Einheit des Kartells. Die Absicht des Kartelltags w *r sichtlich gut, d e Unzulänglichkeit der gefälltenEntscheiciTing leuchtet jetzt, nach 6 Monaten, ohne weiteres ein. Diese Erwägungen und die Erkenntnis, daß ein harmonisches Nebeneinanderarbeiien unter Anerkennung der Freiheit der Entwickjung die Einheit des Kartells besser gewährleistet als ein gekünstelter und erzwungener Zusammenschluß, haben uns veranlaßt, den ersten Anstoß zur Ringbildung zu geben. " Der Konvent der V. J. St. Zephirali vom 26. Juli 1919 hat daher beschlossen: Die V. J. S t. Z e p hirah wünscht-die Ring-- bildung und überläßt die Entscheidung dem Kar teil tag. Liebe Bundesbruder! Wir wissen,daß wir « m Sinne eines großen Teiles von Euch gehandelt haben. Die Zeit des Ueberganges, des Schwankens und des Zauderns ist v rbei. Unsere Tat wird Eure Entscheidung erleichtern, Euer Anschluß die wahre Einheit des Kartells sichern. Wir können uns damit begnügen, dem einige Tatsachen gegenüberzustellen, welche „die Scheinbeweise des Präsidiums" illustrieren. Wir haben im Sommersemester 172, seit dem Kartelltag weit mehr als 300 neue Füxe bekommen. Unsere Erfolge sind durchweg stärker als die des K.C In der bei weitem überwiegenden Zahl unserer 28 Verbindungen und Stammtische ist fruchtbare Erziehungsarbeit geleistet worden. Fast alle werden es ablehnen, daß das von der Zephirah gezeichnete Bild: Zerrissenheit, Unbundesbrüderlichkeit, Hemmung durch unfruchtbare Diskussionen, Qesinnungsriecherei, Ueberheblichkeit und Spott, auf sie zutreffe. Schon heute — nur sechs Monate naeh dem Kartelltag, der den Untergang des Kartells bringen konnte —, werden die meisten Verbindungen darauf hinweisen, daß zionistische Arbeit und bundesbrüderlicher Zusamrrienhang immer stärker geworden sind. Die Krisenkorporationen sind Ausnahmen geblieben, meist sind gute K.J.V.-Verbindungen aus ihnen geworden, nirgends haben sich bisher die Krisenstirnmurjgen durch-, gesetzt. Die Arbeit der Verbindungen wird ergänzt durch das wach^ sende Interesse der einzelnen Bundesbrüder, das auf. zahlreichen Gebieten zu beobachten ist. I So sieht das klägliche Scheitern, unserer Einheitspolitik aus. Welchen Gedanken hat die Zephirah den Aussichten entgegenzusetzen,