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Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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138 Fischer, Der V.J. St.. Berlin wickeln. Einer Rechtfertigung, seiner Arbeit, einer Zustimmung zu seinen Plänen bedarf zwar gerade der V.. J.. St Berlin am allerwenigsten; an der Klarstellung des Tatsächlichen aber, an der Zerstreuung von (nicht immer unabsichtlichen) Mißverständnissen und an der Werbung für seine Idee vom K. J. V.-ertum muß ihm allerdings gelegen: sein. Von den folgenden Darstellungen stammen die erste von einem unserer jüngsten Alten Herrn, Elias F i s c h e r, die zweite von K i r s c h n e r, die beiden folgenden/ die sich insbesondere auf die Kirschnerschen Ausführungen beziehen, von Ascher und Hirsch; zu bemerken ist, daß außerdem Hermann Le~ lewer, Arno Wagner, Siegfried Wolff und Theodor Zlocisti ihre Zustimmung zu der Grundtendenz der Aus^ führungen von Kirschner ausgesprochen haben, 1. Erziehung und Umgebung sind mit die wichtigsten Faktoren,, die die Art des Einzel- und Kollektivindividuums gestalten^ ihm Farbe und Aussehen verleihen. Erziehung ist dauernde allmähliche Einwirkung, ist Evolution. In unserer überstürzten Zeit ist dieses Wort in Vergessenheit geraten und hat einen schlechten Klang bekommen; alles muß auch in den Kreisen unfeerer Zionisten „revolutionär" sein, Qedanke wie Tat, um Anspruch auf Geltung zu haben. Revolutioniert soll unsere jüdische Gesellschaft, sollen unsere Massen werden. Und doch ist, präzise genommen, der Begriff Revolutionierung der Massen und der Gesellschaft wie von Gemeinschaften überhaupt ein grundsätzlicher Irrtum, ein Unding. Plötzliche' Umstellung des Geistes- und Gedankenlebens haben ihre Geburtsstätte im Hirne und Herzen des Einzelnen; nur einzelne große Geister, wie Marx und Herzl, erleben Revolutionen, nicht Massen. Was man gemeinhin mit Revolutionierung der Gesellschaft bezeichnet, ist Evolution, langsame Erziehung im Sinne eines revolutionären. Gedankens, der wiederum im Laufe der Zeit eine entwicklungsmäßige Fortgestaltung erfährt Die Aufgabe unserer Korporationen sehe ich — im Gegensatz zu vielen im Kartell — immer noch und immer wieder in der evolutionären Erziehung der Gemeinschaften auf der Linie unserer zionistischen Ideen; Zweck, und Ziel jeder Erziehung muß es sein, die^ Idee in den Alltag überzuführen,. Idee und Leben eins werden zu lassen. Warnend muß; uns das Beispiel der Revolution vor Augen stehen. Aus dem politischen: Umsturz haben Millionen deutscher Arbeiter eine Lohnbewegung gemacht, weil sie Sozialisten dem Namen und nicht dem Geiste nach sind und selbst von dem bekämpften kapitalistischen* Geist rücksichtslos egoistischer, materieller Besserstellung erfüllt waren. Und es konnte^ nicht anders sein*, weil sie hur Be-

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