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Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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114 Moses, Vorbereitung auf Palästina tens 30000 Juden einwandern, damit wir in dreißig Jahren # die Majorität des Landes bilden. In der Welt leben im ganzen - vierzehn Millionen Juden. Ihrem Berufe nach sind sie fast ausschließlich Händler und nur zum geringsten Teile Handwerker und Arbeiter. Auch im Osten gibt es nur verhältnismäßig wenig jüdische Arbeiter, nach Professor Julius Hirsch-Köln in ganz Rußland nur 35 000 wirkliche Fabrikarbeiter. Die Wanderungen der Juden haben sich immer nach den Ländern des kapitalistischen Aufstieges erstreckt. Die Juden sind, wie Brentano mit Recht gegenüber Sombart gezeigt hat, überall dort hingewandert, wo die kapitalistische Entwicklung schon begonnen hatte, und die Auswanderung ist daher vielleicht namentlich nach Amerika erfolgt. Die Kolonisation anderer Länder hat so stattgefunden, daß: der Ueberschuß der bäuerischen Bevölkerung auswanderte und Neuland besiedelte. Bei uns liegen die Dinge umgekehrt. Palästina, das keine kapitalistische Entwicklung aufweist, ist an sich nicht das geeignete Auswanderungslandj um( dort in (wenigen Jahren zu einem Millionenvolk zu werden. Die Industriealisierung Palästinas ist eine sehr schwierige Frage. Die Erfahrungen ariderer Länder lehren ups, daß die Industrie in einem Agrarlande zu Anfang immer bankerott gemächt hat. Die Gründe hierfür sind die, daß! es an den notwendigen Behelfsindustrien fehlte, daß keine geeigneten und angelernten Arbeiter vorhanden sind, daß die Absatzmöglichkeiten und -Verbindungen noch nicht genügend ausgebaut sind und daß vor allem diese junge Industrie einer fremdländischen Großindustrie auf dem Weltmarkte gegenübersteht, die durch ihre Massenfabrikation sehr viel billiger produziert als die junge, unter so viel Schwierigkeiten arbeitende Industrie. Nach den Erfahrungen anderer Länder konnten solche Industrien immer nur dort entstehen, wo der Bedarf im Inlande bereits gedeckt wurde und die Industrie durch Iiiohe Sichutzzölle in ihren Anfängen gesichert wterden konnte. Die Zigarettenindustrie in Aegypten z. B., die immer als Beleg dafür angeführt wird, daß auch in Ländern, wo Rohstoffe nicht vorhanden sind, bei Einführung des Rohmaterials aus fremden Ländern Industrien entstehen können, ist hierfür ein gutes Beispiel, da ihre Erzeugnisse zu 9Ao im Inlande verbraucht werden und nur Vi*

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