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Der jüdische Student · 1919-05-01 · Heft 3 (Mai 1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 3 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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76 STEINITZ, K. J.V. und Uniyersitätsgründung den 19. Jahrhunderts der unseren zum Vorbild dienen müsse. Soll sie aber gleich dieser nicht nur dem Fachunterricht, son^ dem einem national-ethischen Erziehungsideal dienen, so engt sich der Kreis derer, die als Lehrer für rdie Hochschule in Betracht kommen erheblich ein. Wissenschaftliche Tüchtigkeit, wie wir sie sicher bei vielen jüdischen Dozenten im Galuth finden, ist kein hinreichender Befähigungsnachweis mehr, — jüdischer Persönlichkeitswert muß hinzukommen. Was wäre eine Universität in Jerusalem, an der lauter Männer von der Art Paul Ehrlichs lehrten? Ein Areopag höchster Gelehrsamkeit, aber von durchaus internationalem Charakter! Nicht also die große Zahl wissenschaftlich gerichteter Juden der Diaspora, sondern der enge Kreis der national gesinnten Akademiker wird unseren Lehrkörper konstituieren müssen. Das K. J.V. aber, das einen immerhin recht erheblichen Bruchteil der nationalen Akademikerschaft repräsentiert, wird sich bewußt werden müssen, daß es zugleich Anwartschaft und Pflicht hat, Männer für die Universität zu stellen. Und nicht nur Männer, sondern auch Ideen! Denn glaubt Ihr ernsthaft, jene reichen Kaufherren, deren Freigebigkeit uns die materielle Grundlage der Universität schaffen soll, würden auch die organisatorischen Ideen liefern? Oder sollen Weizmann und Schmarjah Lewin Sachverständige für alles sein? — Auch hier harren unser große Aufgaben, die vom K. J. V. bisher nicht erfaßt, geschweige denn zu lösen versucht wurden. Endlich aber meine ich, daß wir auch im Punkte der Geldmittel eine unser nicht recht würdige Stellung einnehmen. Ist es nicht eigentlich ein richtiger Chalukajudenstandpunkt, wenn unsere ganze Tätigkeit für, die materielle Fundierung der Universität sich darin erschöpft, daß] wir hoffen, ein geeignetes Komitee werde schon reiche Juden zu Spenden zu veranlassen wissen? In der Tat, so schwer uns dieses Eingeständnis auch ankommen mag, das K.J.V. hat gegenüber den Aufgaben der Universitätsgründung, zu deren Lösung es mehrmals irgend eine andere Gruppe innerhalb der zionistischen Organisation berufen gewesen wäre, vollkommen versagt. Kein Wunder darum, daß es, — und) auch dies ist reine gar bittere Wahrheiti — eine führende Rolle bisher nur in unseren Tendenzreden» nicht in der zionistischen Arbeit gespielt hat

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