Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Afcßer, Neuorganisation der Altherrenschaft 53 der Sehnsucht, einstmals ein jüdisches Haus'zu führen, die Erfahrung und das Wissen um das^dazu Notwendige noch erheblich mangelt, und daß ich eine befriedigende Lösung dieser Probleme außerhalb der religiösen Ueberlieferung, die mir fehlt, vorläufig nicht zu finden vermag. Ich kann nur hoffen, daß das Beispiel derjenigen Bundesbrüder, die das Glück haben, aus einem echt jüdischen Milieu zu stammen und die, auch ohne orthodox zu sein, aus der Ueberlieferung und der nationalen Forderung eine Synthese gefunden haben, belehrend und zur Nacheiferung anregend wirken wird. Und damit dies möglich sei und damit sich so/ etwas wie eine jüdische Lebensform in unserem Kreise entwickeln kann, fordern wir für den A. H. V. und seine Bezirksgruppen den engen geselligen und freundschaftlichen Zusammenschluß der Alten Herren mit ihren Familien. Eng zusammen hängt hiermit die Frage der jüdischen Ehe, die Frage der Auswahl unserer Frauen, so weit diese überhaupt einer grundsätzlichen Betrachtung zügänglich ist, und der jüdischen Erziehung unserer Kinder. Lesen der Bibel, Kenntnis der Geschichte, und die hebräische Sprache werden hier die Fundamente sein müssen. Hier kann der A. H.V. allerdings nur Forderungen und Grundsätze proklamieren, evtl. durch Kurse und natürlich Kindergärten für die Kinder der Alten Herren desselben Ortes, Gelegenheiten schaffen; das Recht einen Zwang auszuüben, werden wir ihm nicht geben dürfen. Vielleicht wäre es praktisch, für all diese Fragen auch wieder eine ständige Kommission unter Hinzuziehung der K.J.V.-er¬ Frauen zu bilden, die die Richtlinien festzulegen hätte, vielleicht sogar unter schriftlicher Niederlegung auch aller praktischen, erzieherischen und religiösen Vorbedingungen für das jüdische Heim und die jüdische Familie; denn wenn auch nicht die Befolgung, so erscheint uns mindestens die Kenntnis der historischen, religiösen, nationalen Lebensformen und Gebräuche des jüdischen Hauses für einen jeden von uns unerläßlich. Auch der Plan einer zionistischen Synagoge, der schon in Anbetracht einer evtl. Auflösung oder Umwandlung der großen Gemeinde in Berlin aufgetaucht ist, wäre für die Alten Herren von Bedeutung. * r Dem geselligen und gesellschaftlichen Zusammenschluß parallel gehen müßte die wirtschaftliche und berufliche gegenseitige Unterstützung der Alten Herren. Hier erinnere ich an den weiteren Ausbau der Rosenkranz-Stiftung. Die Schaffung eines wirklich brauchbarer^ auch nach Berufen geordneten Adreßbuches zwecks Zuweisung von Klienten unc$ zu geschäftlicher Verbindung wurde schon mehrfach angeregt Der A. H. V. brauchte eine.Auskunfts- und Vermittlungsstelle, ein Büro, in dem man anders als im bisherigen Präsidial-Büro wirklich zutreffende Auskunft bekommen könnte, in dem der kalte Ge-