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Der jüdische Student · 1919-02-01 · Heft 12 (Februar 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 12 (Februar 1919)
Date
1919-02-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Berichte m -kling auch in diesem Punkte nicht verwechseln; die jüdischen1 Akademiker aus Sachsen und Anhalt mieden bisher Halle und Leipzig nicht weil sie unbedingt an andere Universitäten wollten, sondern sie mußten andere Hochschulen aufsuchen, weil sie in Halle und Leipzig auf sich selbst angewiesen waren und * jüdische Geselligkeit in jüdischen Korporationen nicht fanden. Leipzig wie Halle sind also sehr wohl geeignete Orte für gut fundierte Korporationen, denn nicht der Mangel an jüdischen Studenten ist das Primäre, sondern der Mangel an jüdischen Korporatiorilen. Dies hat der K. C. rechtzeitig erkannt, derweil wir uns noch .anstellen, als seien wir von keiner Sachkenntnis getrübt. Aber noch ist es Zeit, dafür Sorge zu tragen, daß sein Vorsprung nicht mit fortschreitender Zeit sich dauernd verstärkt und unser Einfluß zur Bedeutungslosigkeit herabgedrückt wird. Ma rcus Felixbrodt P. S. Alle Zuschriften für die Hatikwah sind zu richten an Referendar Dir. jur. M. Felixbrodt, Halle a. S., Ranneschestr. 11, I. München. Die starke Vermehrung unserer Corona machte im Novem her eine Neubesetzung des C.C. notwendig. Die Chargenwahf erhab: med. Karl' Leven x' med. Arthur Wagner xx, S.W., K.W. ihg. Alfred Berliner x x x, F. M. Bbr. Berliner sah sich jedoch genötigt, die Charge niederzulegen, da er die Führerschaftsleitung im Blau-Weiß übernommen hatte und dadurch derart in Anspruch genommen wurde, daß er für die Erziehung der Füxe nicht genügend Zeit übrig hatte. An seiner Stelle übernahm A. H. John To e plitz das Fuxmajorat und erteilte Tendenz- und Kommentunterricm. Woran unser Semester besonders litt, war der große Mangel an aktiven Burschen, die genügend Zeit für die Verbindung hatten. Wir waren tnur drei Aktive; die anderen mußten inaktiviert werden oder Inaktivendispens erhalten. Trotzdem können wir mit dem Erfolg des Semesters zufrieden sein. Haben wir doch fünf Aktivmeldungen zu verzeichnen, davon zwei Münchner. Gewiß keine geringe Zahl, wenn man das Münchener Keilmaterial in Betracht zieht. Außerdem verkehren bei uns noch drei bis vier Keilfüxe, mit deren Aktivmeldung im nächsten Semester zu rechnen ist. Die wissenschaftliche Arbeit in der Verbindung mußte aus dem oben angeführten Grunde eingeschränkt werden und konnte nicht das leisten, was wir alle wünschten. Wie bereits erwähnt, erteilte John Toeplitz Fuxenünterricht, ferner wurde von Herrn Leo Rosenberg, dem Redakteur des „Jüdischen Echo", ein hebräischer Sprachkurs abgehalten, an dem sämtliche Aktiven und die Inaktiven soweit es ihre Zeit 'zuließ sowie einige zionistische Studentinnen teilnahmen. Um unsere Beziehungen zur Münchener Gesellschaft, die durch den Krieg abgebrochen wurden, wieder aufzunehmen, veranstalteten wir einen Teeabend, zu dem Frau Steuermann und Herr Arnold Marie von den Kammerspielen sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hatten und die Gäste — wir hatten ungefähr 60 Personen eingeladen — durch den Vortrag moderner jüdischer Poesie unterhielten. Der Abend verlief sehr stimmungsvoll und hat seinen Zweck in vollem Maße erreicht. Von A. H. S t a h 1 wurde Ende des Semesters ein Jüdischer Studentinnen- Verein gegründet, der jetzt zehn, Mitglieder zählt und seine Arbeit im nächsten Semester, aufnehmen wird.

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