Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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150 . Aufruf zur Gründung alcht erfüllt, und die Alt-Herrenschaft in ihrer Gesamtheit hat nicht die ihr zukommende Bedeutung im jüdischen Leben Deutschlands erlangt. Die Gründe dieser Tatsachen sind jedem von uns bekannt. Einige der hauptsächlichsten sind: mangelnde Anregung, insbesondere der * an einzelnen Orten zersprengt wohnenden, Fehlen des persönlichen Zusammenhangs, die Inanspruchnahme durch Familie und Beruf. Die Aenderung dieses Zustandes ist dringend erforderlich und unaufschiebbar. Die augenblickliche Lage des K. J.V. und die großen Zukunftsaufgaben für unsere jüdische Arbeit erfordern die tatkräftige Beteiligung und die Ausnutzung der Arbeitskraft eines jeden von uns. Dies kann nur erreicht werden, durch einen organisatorischen Zusammenschluß der alten Herren des K.J.V., durch die Gründung eines Ältherren-Verbandes., Vornehmster Zweck dieser Organisation ist es demnach, alle Alten Herren zur Mitarbeit an unseren politischen und kulturellen Aufgaben heranzuziehen 'und auch denjenigen Bundesbrüdern, die ihrer individuellen Veranlagung nach zu jüdisch-politischer Betätigung sich bisher nicht geitignet fühlten, ein ihnen zusagendes Arbeitsfeld zu schaffen. Der Alt- Herren-Verband will so eine zionistische Arbeits- und Lebensgemeinschaft in der Diaspora errichten. Aus ihr sollen die jüdischen Lebensformen erstehen, die wir seit langem suchen. Der Leitgedanke unserer Arbeit, auch hier im Golus, muß Palästina und unser Volkstum sein. Wir wollen Aufgaben durchführen, die wir kraft unserer engen bundesbrüderlichen Gemeinschalt verwirklichen können: Vorbereitung und Organisation der Uebersledlung nach Palästina, Schaffung von Fonds zur Gewährung von Beihilfen für die Uebersiedlung, Organisation von Palättinareiseii u. a. m. Ein wesentlicher Faktor unserer Arbeit mußweiterhin die B e e i n - flussung der Diaspora und unsere Mitarbeit an der Umgestaltung und dem Ausbau der jüdischen Gemeinden und Organisationen im Sinne unserer zionistischen Auffassung sein. Weitere Aufgaben des Alt-Herren-Verbandes werden in der gegenseitigen beruflichen Und wi rt s ch a f 11 i ch e n U n t e rstützung liegen und in der Schaffung eines jüdisch-akademischen Arbeitsnachweises (Ueberweisung von Mandaten, tunliche Vermeidung des Konkurrenzkampfes usw.). 1 Wir »sind überzeugt, daß unsere gemeinsame Arbeit an all diesen Aufgaben das persönliche Band unter den Alten Herren enger knüpfen und unsere jüdische Gesinnung stärken wird. Sie wird den versprengt lebenden Bundesbrüdern stärksten Rückhalt gewähren. Pflege der Geselligkeit zwischen unseren Familien soll einen zionistischen Geist in unserem Hause und bei der Erziehung unserer Kinder entfalten und dazu beitragen, die Altherrenschaft des K. J. V. als eine neue Lebensgemeinschaft erstehen zu lässen. Dieses Programm kann nur durch eine besondere Organisation der Alten Herren verwirklicht werden. Im Rahmen der Verbindungen und der bisherigen Institution des Präsidiums kann es nicht durchgeführt werden, da diese andere Obliegenheiten zu erfüllen haben. Wir brauchen einen selbständigen Alt-Herren-Verband (A. H. V.) mit eigener, vom Präsidium unabhängiger Leitung. SäimtBche Alten Herren des Kartells sollen-ohne weiteres diesem AR-Herren-Verband angehören, der sich aus "örtlichen Unterorganisationc*