Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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H8 Bericht des Präsidiums Kartell umfaßt, dürften annähernd tausend unter Waffen ge* standen haben. Einhundert davon haben ihr junges Leben lassen müssen und sind unserem Kartell .und der Sache des jüdischen Volkes entrissen worden. Weitere sechzehn Bundesbrüder sind außer ihnen in der Kriegszeit gestorben, die Mehrzahl von Ihnen an der Grippe. So sind unsere Verluste schwer und wir werden sie bei unserer Arbeit aufs schmerzlichste empfinden. Der Bericht des Präsidiums, der hier erstattet werden soll* kann es sich nicht zur Aufgabe machen, in historischer Darlegung die Geschichte unseres Kartells in den vier Kriegsjahren darstellen. Er kann nur die Grundzüge der äußeren und inneren Entwicklung geben, die das Kartell durchlebt hat und kann zeigen, wo wir heute stehen und wohin die Zeichen zu deuten scheinen, die sich aus der bisherigen Entwicklung ableiten lassen. Als der Krieg ausbrach, war die Fusion gerade abgeschlossen. Das neue Präsidium hatte erst eine Sitzung abgehalten, das Kartell noch nicht zu arbeiten begonnen, die Gegensätze zwischen K*Z.V.-etn und B.J. C-ern waren nicht überwunden, und eine Aiistrfttsbevv^gung drohte weitere Kreise des alten K. Z. V. zii erfassen. Aber innerhalb weniger Wochen waren die meisten. Bundesbrüder beim Heere und es schien, als ob das Kartell &qfort zerfallen sollte. Das* Präsidium mußte es sich in diesem Augenblick zur Aufgabe machen, das Kartell mit den wenigen vorhandenen Kräften arbeitsfähig zu halten und mit den in* Felde stehenden Bundesbrüdern einen so engen Kontakt zi| schaffen, daß sie am Kartelleben innerlich teilnehmen konnten^ um sich nach dem Kriegsschluß wieder der Kartellarbeit ein-, zufügen. Es kann heute gesagt werden, daß die Losung dieser beiden. Aufgaben dem Präsidium so weit gelungen ist, als die lange Dauer des Krieges es irgend erwarten ließ. In B e r 1 i n> Breslau und Königsberg hat die regelmäßige Korpprationsarbeit während des ganzen Krieges überhaupt nicht aufgehört. In Frankfurt haben wir während des Kriegen einen Stammtisch gegründet und ihn dann in eine Korporation umgewandelt, die ebenfalls ohne Unterbrechung gearbeitet hat j und wo immer sich wenn, auch nur yprüb^ergehend Bundes^ brüder zusammenfanden, begannen sie sofort eine Tätigkeit im? Sinne unserer Gemeinschaft. So hat in München, Bonn und Heidelberg vorübergehend ein Korporationsleben be-, standen; so ist es uns gelungen, von Berlin aus durch ständige: