Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Kartelltagahträge m Palästina: 5, 20, 23. Satisfaktionsfrage: 9, 13, 30, 34. Sport - und Turnbewegung: 17. Tendenz und Programm: 2, 7, 10, 20, 23, 33, 36. V. J. St. Herlin 1. Der Kartelltag spricht dem Präsidium wegen Vernachlässigung: der Keilarbeit sein Mißtrauen aus; wegen der sonstigen Geschäftsführung des Präsidiums behält sich der V. J. St. -Berlin* noch weitere Anträge vor. 2. Das K. J. V. hält die Nationalisierung der jüdischen Akadetnikerschaft Deutschlands für seine wichtigste Aufgabe. Es will seinen Mit-r > gliedern im Golus die jüdische Heimat ersetzen und sie zu selbstsicheren» in ihrem Judentum wurzelnden Menschen erziehen, die ihren Lebens* zweck in der Erfüllung ihres zionistischen Ideals für da9 jüdische Volk erblicken. ) 3- Der V. J; St Berlin begrüßt die Bestrebungen, die darauf ab* zielen, ein stärkeres Eigenleben der Korporation herbeizuführen, und ist der Ueberzeugung, daß der Versuch, die diesem Zweck entsprechende? Formen zu finden, Unterstützung verdient. Zur Aufrechterhaltung de* Einheitlichkeit des Kartells hält er es für erforderlich, daß folgende Mindestforderungen an jede Korporation zu stellen sind: a) die Wahrung des akademischen Rahmens, b) die Einteilung der Mitglieder in Füxe, Burschen und Alte Herren, c) die Forderung, daß sich die Korporationen keiner zionistischen Frak-? tion oder einer politischen Partei anschließen. d) jede Korporation ist verpflichtet zu keilen. Der V. J. St. Berlin protestiert auf das Schärfste dagegen, daß Korporationen den Inhalt des K. J. V. verändern. Er ist der Meinung, daß der Beschluß der Maccabaea Berlin, Hapoel-Hazair-Korporation zu wer* den, sich im Rahmen des K. J. V. nicht durchführen iäßt. 4. Der Kartelltag macht es allen Kartellverbindungen und Bezirksverhänden zur Pflicht, an dem Orte ihrer Tätigkeit Schülerverbindungen auf den höheren Lehranstalten zu gründen, deren Zweck keine Konkurrenz*, sondern eine Ergänzung des „Blau-Weiß" sein und schon in der Schuljugend die Erlernung der jüdischen Geschichte und womöglich auch der hebräischen Sprache fördern soll 5. Der Kartelltag beschließt, einem Palästinaressort im Präsidium folgende Aufgaben zuzuweisen: a) die Förderung der hebräischen Sprache und der Palästinakundle int Kartei, b) die Organisierung und evtl. Finanzierung von Palästinawanderungen* c) die Errichtung einer Berufsberatungsstelle für auswandernde Bundes^ brüder. 6. Der V. J. St. Berlin begrüßt es mit Freuden, daß die Alten Herren des K. J. V. sich zu einer das ganze Kartell umspannenden Organisation zusammenschließen. Er sieht in der Schaffung einer solchen Organisation eine Gewähr dafür, daß in Zukunft die Korporationen nicht mehr den Sthauptätz der zionistisch-politischen Kämpfe der Alten Herren bilden werden und hofft, daß dadurch die Voraussetzungen für eine kontinuier-5 liehe Arbeit der Korporationen geschaffen werden. Er spricht gleichzeitig die Erwartung ausj daß die Alten Herren den Korporationen ihre Mitwirfcung bei der Erziehung ihrer Mitglieder wie bisher nicht versagen werden.