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Der jüdische Student · 1918-11-01 · Heft 5-6 (November 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 5-6 (November 1918)
Date
1918-11-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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72 TriecferitbaC Umgestaltung Inhalt: Gefallene Bundesbrüder S. 71. — Umgestaltung, von Hans Friedenthal S. 72. Unbedingte Satisfaktion, von Erich Dresel S.73. — Wir und die andern, von Siegbert Stein S. 77. — Zur Tagung der Agudas-jismel-Jugendorganisation, von Erich Fromm S. 80. — Rosenkranz-Stiftung e.V. S. 82. — Nachrufe auf Jacob Benensohn, Bruno Berliner,Richard Ehrlich, Bernhard Fraenkel, Jacob Goldschmidt, Hugo Hein, Harry Hey mann, William Locker S. 83. — Vom Präsidium: Keilbericht S. 91. — Von unseren Kriegsteilnehmern S. 92. — Berichte aus München und Bonn S. 93. — Berufliches S. 94. Umgestaltung Von Hans Friedenthal (V. J. St. Heidelberg), Posen Heute will ich, anschließend an meinen Aufsatz im vorigen J. St., positive Vorschläge zur Umgestaltung des Kartells machen. Eins ist mir von vornherein klar: die Umgestaltung darr nichts sein, was man von außen her dgm Kartell aufoktroyiert, sondern muß aus einer eigenen geistigen Umstellung^ter Kartellmitglieder geboren werden. Mit der äußeren Umgestaltung muß also eine innere vor sich gehen. Und diese muß als Leitmotiv haben: Vorbereitung für Palästina. Wenn wir unter diesem Gesichtspunkt unsere Arbeit unjd Betätigung im Rahmen des K. J. V. betrachten, wird vieles von dem1, wogegen wir jetzt kämpfend Zeit, Worte und Kraft vergeuden, einfach und selbstverständlich verschwinden. Das neue Kartell wird natürlich von denen geschaffen werden, für die Palästina keine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk, sondern das Land ihrer eigenen Zukunft ist. Wir können und dürfen bei der Umgestaltung keine Rücksicht auf die Bundesbrüder nehmen, denen es wahrscheinlich nicht möglich sein wird, nach Palästina zu gehen. Unsere Einstellung auf Palästina muß dreifach sein: Geistig, beruflich und in den Dingen des täglichen Lebens. Geistig. Wir wollen endlich Schluß machen mit dem Schwindel der hebräischen Stunden in den Wochenprogrammen. Gerade die besten und fähigsten Lehrer sind gut genug, um -von den Karteliverbindungen für uns gewonnen zu werden. Und mit diesen 'zusammen muß täglich gearbeitet 'werden; denn es ist höchste Zeit. Daß lleißige. Privatarbeit nebenher gehen muß,, ist selbstverständlich. > Wir müssen Anschluß an den Hechaluz bekommen; das können wir durch gemeinsame Arbeit mit den in Deutschland vorhandenen Chäluzkn, besonders auch dem Hapoel hazair. Wir müssen ferner versuchen, die zahlreichen ostjüdischen zionistischen Studenten an den deutschen Universitäten zu uns Tieranzuziehen. Und noch etwas will ich hier erwähnen. Wir wollen strenger mit dem Begriff „Bundesbrnderlichkeit^ umgehen. Nicht jeder, der zu lins kommt; ist so, daß iwir ihm mit bundesbrüderliicher Liebe (die ja dann unwahr wäre!) begegnen können. Wenn K. J. V.er ein Leben führen, dasr eines Zionisten unwürdig ist, dann dürfen sie nicht bei uns bleiben. Die Bundesbrüderlichkeit darf nicht zur rührseligen Gefühlsduselei werden. Damit, Jdjaß einer das Baseler P.rpgrammi anerkennt, ,ist er noch kein Zionist, wenn er sonst nämlich das Lehen eines Assimilanten iund sittlich nicht einwandfreien Couleurstudenten führt.

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