Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1918-06-01 · Heft 1-2 (Juni 1918) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 1-2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3537599-3537730-3537731--4265-3542011
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

32 Berufliches Besitze ihrer Waffen bleiben durften. Auf diese Weise sind die Kolonien den Uebertällen der Beduinen wehrlos ausgeliefert worden. Die Verfolgungen Djemal Paschas gegen die Juden setzten gleich bei Ausbruch des Krieges ein, noch bevor irgendwelche Spionagefälle vorkommen, konnten und als die ganze jüdische Bevölkerung im Laiide vom patriotischen Geiste gegenüber der Türkei erfüllt war. Djemal Pascha benutzte den Kriegszustand, um die ganze verhaßte Kolonisation ein für allemal zu zerstören. Diesem Zwecke sollten alle Verhaftungen und Vertreibungen, alle Inquisitionen und strengen Erlasse dienen. Zu diesem Zwecke erfolgte im Frühling 1917 die Evakuierung Jaffas. Zu diesem Zwecke wurden auch die aus Jaffa Evakuierten, die sich in Petach-Tjkwah niedergelassen hatten,, später wiederum vertrieben. Diese Vertreibung erfolgte nach altrussischem Muster. Im Verlaufe von 24 Stunden mußten alle zum zweiten Male Evakuierten die Kolonie verlassen. Eine der am^^piensten Personen unter den Evakuierten wurde für die pünktliche D^chführung der Anordnung; verantwortlich gemacht. Tatsächlich sind die Vertriebenen zum großen Teile infoige ihrer Leiden zugrunde gegangen und die im Lande Ge** bliebenen waren materiell, physisch und moralisc^gebrochen. BERUFLICHES / Nie de rlass ungs möglich keiten: in Heilbronn für einen Frauenarzt, in Görlitz für einen Augenarzt. Aerztliche Vertreter gesucht für Bad Salzbrunn und Delmenhorst? zahnärztlicher Vertreter für Stettin. Näheres durch das Präsidium. Herr Dr. Josef Schweig, Wien IV., Favoritenstraße 40, schreibt dem Präsidium: „Ich: möchte gerne ein Jahr auf einer reichsdeutschen Universitätsaugejiklinik, womöglich bei Prof. Brückmann oder Greeff in~ Berlin, oder bei Prof. Heine in Kiel, sonst an einer anderen Universitätsaugenklinik zubringen; meine materiellen Verhältnisse jedoch erlauben es mir nicht, dies auf eigene Kosten zu tun; als langjähriges Parteimitglied bitte ich' Sie deshalb um gefl. Auskunft, ob Sie mir nicht eine entsprechende Stelle (gegen freie Station und geringen Gehalt) vermitteln könnten. Ich1 glaube, daß man während des Krieges wohl auch einen ausländische» Arzt gern aufnehmen wird. Zur Information teile ich mit, daß ich österreichischer Staatsangehöriger, militärfrei bin, habe an der Wiener Universität die medizinischen Studien vor 2i/2 Jahren absolviert, bin seit drei Jahren oculistisch tätig, seit ll/2 Jahren als Sekundärarzt an der Augenabteilung des Krankenhiause& Wieden, Vorst. Prof. Sachs." Bundesbrüder, die* Herrn Dr. Schweig dienlich sein können, wollen sich gefl. an ihn 'selber wenden. In letzter Stunde erhalten wir die tieftraurige Nachricht, daß wiederum drei ßundesbrüder den Tod im Kriege gefunden haben t cand.arch. Georg Nathan ausZduny (V.J.St.Hasmonaeaa.B.), Zahnarzt Hermann Kramer aus Liegnitz (V.J.St. Breslau A.H.) und Referendar Georg Todfmann aus Berlin (V.J St. MaccabaeaA.H.) Redaktionsschluß für das nächste Heft am 10. August. Redaktion: Erich Cohn, Büro des K. J. V., Berlin W. 15, Sächsischeste. & Buchdruckern Wilhclma R. SaliDg & Co., Berlin SW. 68, Hollmannstrafte No. i©

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.